Menschen können gesprochene Worte besser erkennen, wenn der Redner die letzte Silbe in die Länge zieht. Die Tonhöhe spielt dabei kaum eine Rolle, und rasch gesprochene Schlusssilben erschweren die Worterkennung sogar.
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Ein Duden. - sda - Keystone/dpa/Wolfgang Kumm

Das Wichtigste in Kürze

  • Forscher um Theresa Matzinger, die am Institut für Anglistik und Amerikanistik sowie am Department für Kognitionsbiologie der Uni Wien arbeitet, spielten 360 deutschsprachigen Probanden «Geplapper in einer Kunstsprache vor», erklären sie in einer Mitteilung.

Der Schluss der jeweils dreisilbigen Kunstwörter wurde dabei entweder normal, länger, kürzer, höher oder tiefer ausgesprochen.

Zur Kontrolle wurde ihnen das Geplapper auch mit Pausen zwischen den Worten vorgespielt. Danach sollten die Versuchsteilnehmer aus einer Liste von Wörtern jene angeben, die sie in der Kunstsprache wahrgenommen hätten.

«Erwartungsgemäss erkannten sie jene Wörter am leichtesten, die durch Pausen getrennt waren», so die Forscher. Fast genauso gut waren die Probanden aber bei Wörtern, bei denen die letzte Silbe länger ausgesprochen wurde.

«Beim Sprechen ist es einfacher, vor einem Atemzug die Sprachorgane langsam und nicht abrupt zu stoppen, was zu einer Silbenverlängerung am Wortende führt», so Matzinger. «Im Laufe der Evolution lernten Zuhörende wohl, diese Verlängerung als Signal für Wortgrenzen zu interpretieren.»

Wörter mit verkürzter letzter Silbe haben die Versuchsteilnehmer sogar schlechter erkannt als gleichförmig gesprochene. Auch Veränderungen in der Tonhöhe halfen ihnen kaum, berichten die Forscher.

Die Studie erschien im Fachmagazin «Frontiers in Psychology».

*Fachartikellink https://doi.org/10.3389/fpsyg.2021.622042

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