Krebs bei Jüngeren nimmt zu
Krebs betrifft zunehmend jüngere Menschen. Studien zeigen, wie Ernährung und psychische Gesundheit Erkrankungsrisiko und Krankheitsverlauf beeinflussen könnten.

Die Zahl der Krebsdiagnosen bei Menschen unter 50 Jahren steigt in mehreren Ländern, besonders bei Darmkrebs, wie aktuelle Untersuchungen zeigen. Forschende prüfen, ob bessere Früherkennung, Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel den Anstieg der Krebsdiagnosen in vielen Ländern erklären können.
Laut «DW» stiegen Darmkrebsraten bei jüngeren Menschen in vielen Regionen; Fachleute betonen jedoch, dass Ursachen bislang nicht vollständig geklärt sind. Übergewicht gilt als Risikofaktor für Krebsarten, während ballaststoffreiche Lebensmittel das Risiko für Krebs im Darm senken können, wie Forschungsergebnisse zeigen.
Auch verarbeitetes Fleisch und Alkohol werden mit bestimmten Krebsrisiken verbunden; bei ultraverarbeiteten Lebensmitteln bleiben mögliche Zusammenhänge wissenschaftlich allerdings noch unsicher. Gesundheitsfachleute empfehlen regelmässige Bewegung, ausgewogene Ernährung und Vorsorge, wobei individuelle Risiken und nationale Früherkennungsangebote ebenfalls berücksichtigt werden sollten.
Krebs und Psyche: Frühzeitige Behandlung kann helfen
Eine weitere Untersuchung zeigt, dass Depressionen bei älteren Krebspatientinnen und Krebspatienten mit höherer krebsbedingter Sterblichkeit verbunden sein können. Wie «Biermann Medizin» berichtet, analysierten Forschende Daten von 265'639 Menschen ab 66 Jahren mit Krebsdiagnosen in einer grossen US-Untersuchung.
Bei Betroffenen mit Depressionen lag die Sterblichkeit höher; frühzeitige Psychotherapie war mit einem geringeren Risiko verbunden, ohne Kausalität zu beweisen. Nach fünf Jahren lag die krebsbedingte Sterblichkeit mit Psychotherapie bei 31 Prozent, ohne Psychotherapie hingegen bei 44 Prozent.
Die Ergebnisse zu Krebs lassen sich nicht auf jüngere Menschen übertragen, da ausschliesslich ältere Medicare-Versicherte in den USA untersucht wurden. Zusätzliche Studien sind nötig, um den Einfluss psychotherapeutischer Behandlung auf verschiedene Krebsarten genauer zu verstehen und die Ergebnisse besser einzuordnen.
Omega-3-Fettsäuren: Einfluss auf die Krebsabwehr
Ein Team der Yale University untersuchte, ob mehrfach ungesättigte Fettsäuren natürliche Killerzellen des Immunsystems beeinflussen können, die Krebszellen bekämpfen. Die «Frankfurter Rundschau» berichtet, dass Experimente mit Zellkulturen und Mäusen Hinweise auf eine gehemmte Aktivität dieser wichtigen Abwehrzellen lieferten.

Fettsäuren gelangen über ein Transportprotein in Killerzellen und hemmen dort einen Stoffwechselregulator, wodurch die Tumorabwehr möglicherweise deutlich geschwächt werden könnte. Bei Mäusen verlangsamte sich das Darmtumorwachstum, wenn das Transportprotein fehlte; zugleich zeigte eine Immuntherapie unter diesen Versuchsbedingungen eine stärkere Wirkung.
Ob diese Ergebnisse auch für Menschen gelten, ist bislang offen; weitere Forschung muss ihre Bedeutung für Ernährung und Behandlung klären. Die Studie rechtfertigt keine pauschale Empfehlung, Omega-3-Fettsäuren zu vermeiden, sondern unterstreicht komplexe Wechselwirkungen zwischen Nährstoffen und dem menschlichen Immunsystem insgesamt.
















