Klimawandel

    Klimawandel wird laut Experten weitgehend ungebremst erfolgen

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    Deutschland,

    Laut Experten ist es bereits unmöglich, die Erderwärmung unter 1,5 Grad zu halten – auch zwei Grad seien nur mit grossen Mühen möglich.

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    Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen: Laut Experten setzt sich der Klimawandel ungebremst fort. - keystone

    Die Menschheit hat nach Einschätzung von Expertinnen und Experten die Chance zu einer Stabilisierung des Weltklimas inzwischen verpasst. Der Klimawandel werde nun in grossen Teilen ungebremst erfolgen, hiess es zum Auftakt des 13. Extremwetterkongresses in Hamburg.

    «Wir müssen uns damit abfinden, dass die 1,5-Grad-Grenze überschritten werden wird. Damit ist das Pariser Rahmenabkommen in diesem Punkt faktisch gescheitert», meinte Jochem Marotzke, Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie. «Das bedeutet auch, dass es nur noch mit enormen Anstrengungen möglich sein wird, die Erwärmung unter der 2-Grad-Grenze zu halten.» Aktuell sei man eher auf dem Weg in eine 3-Grad-Welt bis zum Ende des Jahrhunderts.

    Klima spielt verrückt

    Waldbrände, Hitzewellen, Überflutungen – die extremen Wetterereignisse 2023 sind laut Experten eine Wendemarke. «Nie zuvor waren die globalen Luft- und Wassertemperaturen so hoch, wie in diesem Jahr», hiess es in einer Mitteilung zum Kongress. «Nie zuvor haben Hitzerekorde und Waldbrände ein solches Ausmass erreicht wie 2023.»

    Die um fünf bis sechs Grad höheren Wassertemperaturen im Mittelmeerraum hätten zu Rekordwerten bei der Verdunstung und den nachfolgenden Niederschlägen in Europa und Nordafrika geführt. «Durch die Zufälligkeiten im chaotischen System der Atmosphäre kam es in Deutschland nicht zu den extremen Hitze- und Dürrephasen, wie wir sie in Südeuropa erlebt haben. Es wäre möglich gewesen.»

    Klimawandel führt zu raschen Zunahme von Naturgefahren

    Die EU-Umweltagentur EEA hatte schon im späten Frühjahr gewarnt: «Aufgrund unseres sich verändernden Klimas wird das Wetter in Europa extremer.» Hitzewellen werden der Behörde zufolge im Zuge des Klimawandels häufiger, intensiver und langanhaltender. Bereits der Sommer 2022 sei ein «Sommer der Hitzewellen» gewesen.

    «Die schrecklichen Bilder der Unwetterkatastrophen in Griechenland, Bulgarien, der Türkei und in Libyen haben wir alle noch vor Augen», sagte Tobias Fuchs, Vorstandsmitglied beim Deutschen Wetterdienst. «Die internationale Klimaforschung ist sich einig: Jede weitere Erderwärmung führt zu einer raschen Zunahme wetterbedingter Naturgefahren.» Menschen müssen sich nach Ansicht von Fuchs besser auf die katastrophalen Folgen von Extremwetter wie Dürren, Waldbrände, Überflutungen vorbereiten.

    Politik muss laut Experten wegen Klimawandel handeln

    Wettermoderator Sven Plöger forderte einen stärkeren Klimaschutz. Es brauche Ideen, um alle zum Mitmachen zu bewegen. «Der Klimaschutz muss ein Jahrhundertgeschäft in einer auf dem sozialen und ökologisch Auge ertüchtigten Marktwirtschaft ohne Hyperkonsum werden», sagte er. «Hier ist die Politik aufgefordert, die dafür nach wie vor fehlenden Leitplanken endlich zu schaffen.»

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