KI soll Behandlung von Herzinfarkt bei Krebspatienten verbessern
Ein neues KI-Tool soll die Behandlung von Krebspatienten nach einem Herzinfarkt sicherer machen. Es soll Ärztinnen und Ärzten helfen, das individuelle Risiko für Komplikationen wie Blutungen besser abzuschätzen.

Entwickelt wurde das Instrument von einem internationalen Team unter der Leitung der Universität Zürich (UZH), wie diese am Freitag mitteilte. Für die Entwicklung des Werkzeugs nutzten die Forschenden Gesundheitsdaten von über einer Million Patientinnen und Patienten aus England, Schweden und der Schweiz. Davon litten rund 47'000 an Krebs, wie die Forschenden im Fachmagazin «The Lancet» berichteten.
Die Behandlung von Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden, während sie Krebs haben, ist laut der Universität herausfordernd. Bei ihnen treffen verschiedene Risikofaktoren auf komplexe Weise zusammen. Bisherige Instrumente zur Risikobewertung sind für diese Gruppe nur bedingt geeignet, da Krebspatienten von den grossen klinischen Studien oft ausgeschlossen wurden, wie die UZH erklärte.
Das neue Tool mit dem Namen «Onco-ACS-Score» soll dies nun ändern: Es nutzt elf klinisch leicht verfügbare Variablen wie Tumorart, Alter, Hämoglobinwert oder Herzfrequenz, um gleichzeitig drei zentrale Risiken für die nächsten sechs Monate vorherzusagen. Gemeint sind die Gesamtsterblichkeit, das Risiko für schwere Blutungen und das Risiko für sogenannte ischämische Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Das soll den Forschenden zufolge den Ärztinnen und Ärzten helfen, die richtige Therapie für eine Person auszuwählen.
In der Studie in «The Lancet» belegten die Forschenden, dass das neue Tool die Leistung bestehender Risikomodelle übertrifft, die die Besonderheiten von Krebserkrankungen nicht berücksichtigen. Die Leistung des Scores war über verschiedene Untergruppen wie Geschlecht, Alter, Tumorart und über verschiedene Zeiträume hinweg stabil.










