KI-generierte Gesichter tricksen laut Studie sogar Experten aus
Bilder und Videos aus Künstlicher Intelligenz werden immer realistischer. Laut einer neuen Studie haben selbst speziell geschulte Gesichtserkenner ihre Mühe.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Studie zeigt: KI-Gesichter lassen sich selbst von Experten kaum erkennen.
- «Super Recognizer» lagen nur bei 57 Prozent richtig – fast Zufallsniveau.
- Polizei nutzt solche Spezialisten dennoch weiterhin zur Identifikation realer Personen.
Von Künstlicher Intelligenz (KI) generierte Bilder und Videos wirken mittlerweile oft täuschend real: Sogar sogenannte Super Recognizer haben laut einer Studie Probleme damit, echte Gesichter von solchen zu unterscheiden, die mit KI generiert wurden.
Obwohl Super Recognizer eine besondere Begabung haben, Gesichter wiederzuerkennen und dadurch Personen zu identifizieren, schnitten sie in einer im «British Journal of Psychology» veröffentlichten Studie nur leicht besser als eine Kontrollgruppe ohne solche Fähigkeiten.
Psychologen der Universität von New South Wales in Sydney und der Australischen Nationaluniversität haben dazu 125 Menschen, darunter 36 sogenannte Super Recognizer, einen entsprechenden Onlinetest absolvieren lassen.
Darin bekamen die Teilnehmenden Bilder von Gesichtern gezeigt und wurden gefragt, ob diese echt oder KI-generiert sind. Wie die Forscher angeben, lag die Genauigkeit der sogenannten Super Recognizer bei der Erkennung KI-generierter Gesichter im Durchschnitt bei 57 Prozent, also nur knapp über dem Niveau von 50 Prozent, dass die Kontrollgruppe erreichte.
Super Recognizer werden in der Kriminalistik eingesetzt
Zum Vergleich: Bei der Identifikation menschlicher Gesichter erreichen sie häufig eine Genauigkeit von über 90 Prozent. Das deute darauf hin, dass für die Erkennung von KI-Gesichtern andere Fähigkeiten notwendig seien, als bei der Erkennung von realen Gesichtern, so die Forscher.
Super Recognizer werden aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten häufig in der Kriminalistik eingesetzt – auch in der Schweiz. Die St. Galler Polizeien setzen zum Beispiel seit Mitte 2024 auf Menschen mit überdurchschnittlichen Fähigkeiten, Gesichter wiederzuerkennen. Sie vergleichen etwa Überwachungsbilder mit Fahndungsbildern.
















