Studie

    Kaviar wird laut Studie in Europa oft durch Wilderei gewonnen

    Keystone-SDA
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    Deutschland,

    Studie deckt illegalen Handel mit Kaviar und Stören auf: Mittels Erbgut- und sogenannten Isotopenanalysen wurde ein teils illegaler Ursprung nachgewiesen.

    Ein Stör zappelt im Kescher. (Archivbild)
    Ein Stör zappelt im Kescher. (Archivbild) - Frank Hammerschmidt/dpa

    Die Massnahmen zum Schutz von Stören in der Donau vor Wilderei scheinen oft nicht auszureichen. Darauf deutet eine Studie hin, für die Forscher fast 150 Kaviar- und Störfleischproben prüften. Sie wiesen mittels Erbgut- und sogenannten Isotopenanalysen einen teils illegalen Ursprung der Fisch-Produkte nach.

    Die beobachtete Intensität der Wilderei untergrabe jegliche Schutzbemühungen, schreibt das Autorenteam um Arne Ludwig vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin im Fachblatt «Current Biology». Der Handel mit Kaviar und Stören müsse dringend verbessert werden, um die Zukunft der Bestände zu sichern.

    Als Kaviar werden die Eier verschiedener Stör-Arten bezeichnet, die unter anderem im Schwarzen Meer und im Kaspischen Meer gefangen werden. Der hohe Preis und die anhaltende Nachfrage haben einen Grossteil der Arten an den Rand der Ausrottung gebracht. Kaviar wird in der Regel durch Schlachtung der Störe gewonnen.

    Fälschungen bedrohen Artenschutz

    Um die Herkunft zu überprüfen, bezog das Team Proben aus Handel und Gastronomie, in Bulgarien, Rumänien, Serbien und der Ukraine. Das Ergebnis: In allen vier Ländern wurde mit Produkten aus wilden Stören gehandelt. In 21 Prozent aller Kaviar- und Störfleisch-Proben ermittelten die Forscher einen Ursprung in freier Wildbahn.

    In rund elf Prozent sehen sie bestehende Regeln verletzt, etwa wenn bei Kaviar die falsche Störart oder das falsche Herkunftsland angegeben war. Und knapp ein Drittel wird als Täuschung von Verbrauchern eingestuft.

    Das Fischen von Stören ist laut der Studie in der Donau angesichts bedrohter Bestände verboten, jedes einzelne Individuum sei wichtig für deren Überleben. Seit 1998 seien alle Störarten durch das Washingtoner Artenschutzabkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten, freilebenden Tier- und Pflanzenarten (CITES) geschützt, ausserdem solle ein internationales Kennzeichnungssystem für Kaviarprodukte seit 2000 dem illegalen Handel entgegenwirken.

    EU im Zentrum des illegalen Handels

    Heute darf Kaviar laut dem Berliner Institut fast ausschliesslich nur noch von gezüchteten Stören stammen.

    Auch wenn Wilderei und illegaler Wildtierhandel oft als Problem von Entwicklungsländern betrachtet würden, seien die Ergebnisse ein Beweis, dass ein hoher Anteil von gewilderten Störprodukten aus der EU und von Beitrittskandidaten komme, schreiben die Forscher.

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