Herzspezialisten in der OP-Nachsorge verbessern Überlebenschancen

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Basel,

Der systematische Beizug von Herzspezialisten nach Operationen rettet Leben. Werden Patientinnen und Patienten, bei denen nach einer Operation Anzeichen einer Herzschädigung auftreten, von Kardiologinnen und Kardiologen betreut, sinkt ihr Sterberisiko um 35 Prozent. Dies belegt eine Studie aus Basel und Aarau.

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Herzspezialisten in der OP-Nachsorge verbessern Überlebenschancen. - keystone

Herzinfarkte nach Operationen sind eine häufige Todesursache, werden aber oft übersehen, wie das Universitätsspital Basel am Montag mitteilte. Die Symptome werden laut den Forschenden häufig von Schmerzmitteln oder den Operationswunden überdeckt. Ohne ein systematisches Screening blieben die lebensbedrohlichen Ereignisse meist unerkannt.

Die Untersuchung wurde an den Universitätsspitälern Basel und Aarau durchgeführt. Zwischen Oktober 2014 und September 2019 wurden insgesamt 14'294 Hochrisikopatienten systematisch auf Herzkomplikationen nach grösseren Operationen überwacht. Analysiert wurden dann nur diejenigen, bei denen Herzkomplikation auftraten.

Von diesen insgesamt 1048 Patienten erhielten rund 60 Prozent eine kardiologische Abklärung, die restlichen blieben ohne diese spezialärztliche Betreuung.

Die Zuteilung erfolgte dabei nicht absichtlich für die Untersuchung, sondern ergab sich aus betrieblichen Gegebenheiten. Hauptgründe für eine ausbleibende Konsultation waren personelle Engpässe an Wochenenden und Feiertagen (53 Prozent der Fälle) oder die Priorisierung anderer, dringenderer Notfälle (27,2 Prozent).

Dieser Umstand ermöglichte den Forschenden zufolge den Vergleich zweier Gruppen, die sich in ihren grundlegenden Merkmalen kaum unterschieden. Das mittlere Alter der Patienten lag bei 77 Jahren.

In der Gruppe mit kardiologischer Betreuung gab es nach einem Jahr 46 Prozent weniger schwerwiegende Herzereignisse und 35 Prozent weniger Todesfälle als in der Vergleichsgruppe ohne kardiologische Betreuung.

Die Studie zeigt, dass der Beizug von Kardiologen zu einer intensivierten Diagnostik und Behandlung führte. So wurde bei den kardiologisch betreuten Patienten deutlich häufiger ein EKG (92 vs. 29 Prozent) oder eine Echokardiographie (42 vs. 26 Prozent) durchgeführt. Zudem passten die Spezialisten häufiger die Medikation an.

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