Brandschutz: Basler Cliquen sollen Kult-Laternen zerschneiden
Aufgrund der Brandkatastrophe in Crans-Montana gelten bei der Basler Fasnacht verschärfte Brandschutzmassnahmen. Cliquenkeller stehen vor einer Herausforderung.

Das Wichtigste in Kürze
- Brandschutz-Vorgaben für Cliquenkeller sorgen bei Basler Fasnachtscliquen für Unmut.
- Stücke von Kult-Laternen sollen herausgeschnitten werden, um geprüft zu werden.
- Als Alternative können die Laternen weit auseinandergehängt werden.
Eine Regelung aus einem Informationsabend zum Thema Brandschutz stellt viele Basler Fasnachtscliquen vor eine schwierige Entscheidung.
Aufgrund der Brandkatastrophe in Crans-Montana sollen die Cliquenkeller stärker kontrolliert werden. Die neuen Massnahmen sorgen am Informationsanlass für Unmut unter den rund 200 Vertretern der verschiedenen Cliquen, schreibt die «Basler Zeitung».
Besonders die Vorschriften bezüglich der traditionellen Laternen und anderen Dekorations-Elementen stossen auf Widerstand.
Die neue Regelung lässt den Cliquen zwei Möglichkeiten offen. Die eine davon sieht vor, dass die Cliquenkeller-Betreiber ein Stück von fünf auf 16 Zentimeter aus ihren Laternen herausschneiden. Die Inspektoren können das Material dadurch auf Brennbarkeit testen.
Dadurch würden jedoch teilweise jahrzehntealte Kunstwerke beschädigt.
Die andere Möglichkeit: Jegliche Objekte müssen mindestens zwei Meter voneinander entfernt aufgehängt werden.
Laternen zerschneiden oder gleich ganz entfernen?
Carlo Bertossa von der «Alti Richtig» ist sich noch unsicher, wie seine Clique damit umgehen soll. Seit knapp 100 Jahren betreibt die Clique den Begglisaal, bekannt für seinen beeindruckenden Laternen-Tunnel.

Die Option, die fast 100-jährigen Laternen aufzuschneiden, um einen Brenntest durchzuführen, sei für Bertossa und seine Gruppe kaum vorstellbar.
Aber auch die zweite Möglichkeit sei schwierig umsetzbar. «Wenn wir die Laternen abhängen müssen, schaffen wir das nicht bis zur Fasnacht», sagte Bertossa gegenüber der Zeitung.
Kritik und Unverständnis
Viele Cliquenmitglieder empfinden die strikte Durchsetzung der Brandschutzregeln als übertrieben. Ein Betreiber eines Fasnachtskellers in der Innenstadt äusserte Bedenken hinsichtlich einer möglichen Überregulierung: «Viele Cliquen betreiben Keller seit 60 oder sogar 80 Jahren, und nie ist etwas passiert.»
Auf Anfrage der Zeitung erklärte Veronika Röthlisberger von der Gebäudeversicherung Basel-Stadt den Hintergrund des unpopulären Schritts: «Wir müssen das Brandverhalten der Dekorationen kennen. Sonst können wir keine korrekte Beurteilung vornehmen.»
Es bleibt unklar, ob die Brandschutzregeln nur für öffentliche Veranstaltungen oder auch für interne Anlässe gelten. Sollte letzteres der Fall sein, könnten viele Cliquen ihre Räumlichkeiten nicht mehr vollständig nutzen.













