Fleissarbeit im Genlabor

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Ein kürzlich lanciertes Projekt möchte das Erbgut aller bekannten Wirbeltierarten entschlüsseln. Die Geninfos sollen die biologische Forschung weiterbringen.

Das Erbgut des Schnabeltiers wurde entschlüsselt. Es ist nun auf der Online Datenbank für Forschende frei zugänglich. Bild: iStock
Das Erbgut des Schnabeltiers wurde entschlüsselt. Es ist nun auf der Online Datenbank für Forschende frei zugänglich. Bild: iStock - Community

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein internationales Projekt hat damit angefangen, das Erbgut aller Wirbeltierarten zu entschlüsseln.
  • In einem ersten Schritt haben sie nun die Gensequenz von 14 der mehr als 66'000 Arten vorgestellt.
  • Dieses Wissen soll die biologische Forschung weiterbringen und den Artenschutz erleichtern.

Was haben ein Schnabeltier, ein Luchs und eine Fledermaus gemeinsam? Sie alle haben ihr Erbgut komplett aufgeschlüsselt in einer Online-Datenbank liegen. Ebenfalls auf diese Liste geschafft haben es ein Reptil, eine Amphibie, drei Vogel- und fünf Fischarten. Sie stellen den Anfang eines Projekts dar, das sich zum Ziel gesetzt hat, das Erbgut aller heute bekannten Wirbeltiere – das sind rund 66'000 Arten – zu entschlüsseln und öffentlich zugänglich in einer Datenbank zu hinterlegen. Zurzeit arbeiten an dieser Herkules-Aufgabe Teams von drei Universitäten – der Rockefeller University in den USA, dem Wellcome Sanger Institute in Grossbritannien und dem Max-Planck-Institut in Dresden.

Bereits 2009 hatte ein Vorgängerprojekt – damals unter dem Namen Genome10k – damit angefangen, das Erbgut von 10'000 Arten zu entschlüsseln. Doch das Projekt kam nur etwa 100 Genom-Sequenzen weit. Denn damals waren die Sequenzierverfahren noch extrem kostspielig und fehleranfällig. So gab es oft Lücken in den resultierenden Erbgut-Sequenzen oder diese waren falsch zusammengesetzt.

Inzwischen sind die Verfahren, das Erbgut zu entschlüsseln, erschwinglicher und verlässlicher geworden. Darum hat Genome10K das Vorhaben neu lanciert unter dem Namen «Vertebrate Genome Project». In einer ersten Phase starteten sie nun mit dem Erbgut 14 bedrohter Tierarten. Diese Geninformationen sollen die biologische Forschung weiterbringen und den Artenschutz erleichtern. Gleichzeitig will das Projekt auch die Methodik weiterentwickeln, damit Erbsequenzen in Zukunft noch effizienter und preiswerter entschlüsselt werden können.

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