Erdkern enthält riesiges Wasserstoff-Reservoir
Der Erdkern könnte deutlich mehr Wasserstoff enthalten als bisher angenommen. Zu diesem Schluss kommt ein Forschungsteam der ETH Zürich in einer Studie, die in der Fachzeitschrift «Nature Communications» erschienen ist.

Die Resultate veränderten auch das Bild davon, wie die Erde entstanden sei, teilte die ETH Zürich am Donnerstag mit.
Die Resultate deuten darauf hin, dass die Erde bereits während ihrer Entstehung wasserreich war. Die grosse Menge an Wasserstoff, die schon früh in den Kern gelangte, spricht laut den Forschenden gegen die Theorie, dass Wasser erst später durch den Einschlag von Kometen und Asteroiden auf die Erde kam.
Für ihre Studie simulierten die Forschenden in einem Experiment im Labor die Bedingungen, die bei der Entstehung der Erde herrschten. Mit einem speziellen Gerät, einer lasererhitzten Diamantstempelzelle, erzeugten sie extrem hohen Druck und hohe Temperaturen.
Dabei zeigte sich, dass sich Wasserstoff im geschmolzenen Eisen mit Silizium und Sauerstoff zu Nanostrukturen verbindet.
Basierend auf ihren Versuchen berechneten die Forschenden den Wasserstoffgehalt des Erdkerns. Dieser dürfte zwischen 0,07 und 0,36 Prozent der Kernmasse ausmachen. Das entspricht dem 9- bis 50-fachen der Wassermenge aller heutigen Ozeane. Der Erdkern dürfte also deutlich mehr Wasserstoff enthalten als ältere Modelle annehmen.






