Zürich: Geht Sanija Ameti wegen 500-Franken-Busse in Knast?
Im Januar wurde Sanija Ameti wegen Schüssen auf ein Bild von Maria und dem Jesuskind verurteilt. Sie erwägt, statt der Busse zu zahlen, in den Knast zu gehen.

Das Wichtigste in Kürze
- Sanija Ameti schoss auf ein Bild von Maria mit dem Jesuskind im Arm.
- Im Januar wurde die Ex-GLP-Politikerin zu einer bedingten Geldstrafe und Busse verurteilt.
- Ameti überlegt, die Busse nicht zu zahlen und dafür ins Gefängnis zu gehen.
Ende Januar wurde Sanija Ameti wegen Störung der Glaubensfreiheit vom Bezirksgericht Zürich schuldig gesprochen. Die Ex-GLP-Politikerin hatte auf ein Bild von Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm geschossen.
Der Einzelrichter verhängte eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 50 Franken. Zusätzlich muss Ameti eine Busse von 500 Franken zahlen.
Sollte Ameti die Busse nicht bezahlen, folgt eine Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen. Und die verurteilte Politikerin erwägt tatsächlich, diese nicht zu bezahlen.
In einem Interview mit dem deutschen Magazin «Spiegel» erklärt sie ihre Überlegungen. «Wenn ich nicht zahle, komme ich für fünf Tage ins Gefängnis», sagt Ameti. «Meine Familie hat eine lange Tradition im politischen Widerstand. Viele waren Dissidenten. Vielleicht mache ich das auch.»
Ameti plant bereits Aktivitäten für die mögliche Haftzeit. Sie erwägt, ein Buch zu schreiben oder an einem Theaterstück zu arbeiten.
Ihr Anwalt lässt allerdings noch verschiedene Optionen offen. Gegenüber dem «Spiegel» erklärt er, dass noch eine Berufung möglich sei: «Noch ist alles offen.»
«Würste für die Freiheit»
Nach dem Urteil gegen sie überraschte Ameti. Ein leerer Stuhl, ein gedruckter Text – und ein Teller Würste: So präsentierte sie sich kurz nach der Verurteilung vor den Medien.
Auf LinkedIn lieferte Ameti anschliessend die Antwort für den ungewöhnlichen Auftritt. Sie schrieb, sie habe sich mit der Aktion auf die Zürcher Reformation bezogen: «Die Reformierten wurden nicht wegen des Bildersturms verurteilt, sondern wegen des Wurstessens am Fastensonntag.» Genau darauf habe sie angespielt – auf den historischen Tabubruch im Jahr 1522.
Der Slogan «Würste für die Freiheit» sei ihre Antwort auf das heutige Recht.

Ameti habe sich «seit langem nicht mehr so frei gefühlt». Ihre Würste seien ein symbolischer Abschied von der «öffentlichen Figur».















