KI-Video: Nik Hartmann zersägt SRF – Auch Epiney muss dran glauben
Kettensäge, Squid-Game-Spiel und ein halbiertes «Happy Day»-Sofa: Ein KI-Video mit «Nik Halbmann» mischt den SRG-Abstimmungskampf auf.
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Das Wichtigste in Kürze
- Ein satirisches KI-Video zeigt Nik Hartmann mit Kettensäge im SRF.
- Es richtet sich gegen die Halbierungsinitiative vom 8. März.
- Produziert wurde der Clip privat, ohne SRG-Gelder.
- Auf Linkedin löst er heftige Diskussionen aus.
Die KI-generierte Version von SRF-Moderator Nik Hartmann (53) hat nichts Gutes im Sinn.
Mit der Kettensäge rennt der digitale «Nik Halbmann» ins SRF-Gebäude und zerstört im «Tagesschau»-Studio eine Kamera. «Ei Kamera weniger langet doch au», sagt er im Dialekt.
In einer weiteren Szene müssen sich SRG-Moderatoren einem Spiel im Stil von «Squid Game» stellen. Moderator Sven Epiney (54) wird dabei mit einer Armbrust «erschossen».
Auch die politische Arena bekommt ihr Fett weg: Die Sendung wird im Clip von SVP und Juso «gesponsert». Selbst das berühmte «Happy Day»-Sofa von Nik Hartmann bleibt nicht verschont, es wird demonstrativ zersägt.
Parodie gegen die Halbierungsinitiative
Hinter dem Clip steckt der selbständige Editor und Regisseur Adrian Aeschbacher. Er hat das Video unter dem Titel «Halbier-Day mit Nik Halbmann» auf Linkedin und Instagram veröffentlicht.
Es ist eine satirische Reaktion auf die sogenannte Halbierungsinitiative, über die am 8. März abgestimmt wird.

Die Idee: Wenn die SRG ihr Budget halbieren muss, wird eben alles halbiert. Programme, Studios, Moderatoren und am Ende vielleicht auch der Service public selbst.
Sein Argument: Die SRG müsse reformiert werden, aber eine Halbierung des Budgets bei gleichbleibendem Service-public-Auftrag in vier Landessprachen sei «zu radikal».
Aeschbacher betont dabei, das Video sei in Eigenregie und ohne Gebührengelder entstanden. Rund 30 bis 35 Prozent seines Einkommens 2025 stammten aus Aufträgen im SRG-Umfeld. Eine Annahme der Initiative würde ihn treffen, sagt er, aber nicht existenziell.
Heftige Debatte auf LinkedIn
Die Reaktionen fallen gemischt aus.
Einige feiern das Video als «geile Comedy» und loben die satirische Zuspitzung. Andere sehen darin einen «Schuss ins eigene Knie» oder sprechen von «Fake-Video-naher Werbung».
Kritiker argumentieren, echter Reformdruck entstehe nur durch finanzielle Einschnitte. Die Initiative zwinge die SRG, sich endlich zu fokussieren. Befürworter des Neins halten dagegen, eine Halbierung zementiere den Auftrag, zerstöre aber Strukturen.
SRF und Nik Hartmann schweigen
SRF selbst nimmt auf Anfrage von Nau.ch das Video «zur Kenntnis» und äussert sich nicht zu politischen Kampagnen.

Auch Nik Hartmann selbst möchte dazu nichts sagen.
Ausgerechnet KI
SRF hatte in den vergangenen Monaten mehrfach auf die Risiken von künstlich generierten Inhalten hingewiesen.
Sie haben dabei auch interne Leitlinien zum Umgang mit KI eingeführt. Es geht hier insbesondere um Transparenz, Kennzeichnung und journalistische Sorgfalt.
Nun wird ausgerechnet ein politisch aufgeladenes Satirevideo mit einem bekannten SRF-Gesicht vollständig mittels KI produziert. Wenn auch privat, in der Freizeit des Produzenten und ohne Beteiligung des Senders.
Worum geht es bei der Halbierungsinitiative?
Die Initiative fordert eine Reduktion von 335 auf 200 Franken Radio- und Fernsehabgabe. Kritiker warnen vor einem massiven Abbau des Angebots in allen Sprachregionen. Befürworter sehen darin einen notwendigen Schritt, um Fokus und Effizienz zu erzwingen.
Die Abstimmung findet am 8. März statt.














