Der zurückgetretene Kreml-Beamte Anatoli Tschubais befindet sich mit schweren gesundheitlichen Problemen im Spital. Das Netz spekuliert über eine Vergiftung.
Anatoli Tschubais
Anatoli Tschubais war Sonderbeauftragter für Beziehungen zu internationalen Organisationen von Wladimir Putin. (Archivbild 2007) - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Anatoli Tschubais wird derzeit im Spital behandelt.
  • Der ehemalige Kreml-Beamte kehrte Putin wegen dem Krieg den Rücken.
  • In den sozialen Medien wird nun über eine Vergiftung spekuliert.

Der nach Beginn des Ukraine-Kriegs zurückgetretene prominente Kreml-Beamte Anatoli Tschubais wird laut Medienberichten mit schweren gesundheitlichen Problemen in Europa in einem Krankenhaus behandelt.

«Das ist natürlich eine traurige Nachricht, wir wünschen ihm baldige Genesung», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Angaben der italienischen Tageszeitung «La Repubblica» zufolge wird Tschubais in einer Klinik auf der Mittelmeerinsel Sardinien behandelt, wo er zuvor Urlaub gemacht haben soll.

Ukraine-Krieg
Anatoli Tschubais (rechts) hat Wladimir Putin wegen dem Ukraine-Krieg den Rücken gekehrt und hat seinen Posten geräumt. - Twitter

Am Sonntag hatte die prominente russische Moderatorin und frühere Präsidentenkandidatin Xenia Sobtschak unter Berufung auf Tschubais' Familie geschrieben, der 67-Jährige sei in «nicht stabilem Zustand» auf eine Intensivstation gebracht worden. «Ihm wurde schlecht. Seine Arme und Beine erlahmten plötzlich.» Sobtschaks Angaben zufolge wurde der Raum, in dem sich Tschubais zuletzt aufhielt, von «Spezialisten in Chemie-Schutzanzügen» untersucht.

Spekulationen über Vergiftung

Angesichts dieser Beschreibungen entbrannten in sozialen Netzwerken Spekulationen darüber, ob der einstige Vertraute von Russlands Präsident Wladimir Putin möglicherweise vergiftet worden sein könnte. Auch die «Repubblica» schrieb, es werde einem Vergiftungsverdacht nachgegangen. Mögliche Ursache von Tschubais' Unwohlsein könne aber auch eine seltene Nervenkrankheit sein, hiess es.

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In der Vergangenheit gab es immer wieder Fälle von vergifteten Kremlgegnern - darunter der bekannte russische Oppositionelle Alexej Nawalny, der 2020 nur knapp einen Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok überlebte. Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch äusserte sich nun auch direkt zu dem erkrankten Tschubais: «Das also ist der Ruf des Kremls: Niemand hat grössere Zweifel daran, dass Tschubais vergiftet wurde», schrieb sie auf Twitter.

Tschubais hatte das Amt als Kreml-Sonderbeauftragter, das er 2020 übernahm, Ende März dieses Jahres niedergelegt - rund einen Monat nach Russlands Einmarsch in die Ukraine. Medienberichten zufolge war er mit Putins Krieg nicht einverstanden. Aus dem Kreml hiess es damals lediglich, Tschubais sei «auf eigenen Wunsch» gegangen.

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