Die umstrittene Festnahme eines Rappers wegen Beleidigung des Königshauses hat in Spanien die zweite Krawall-Nacht in Folge verursacht - und Streit innerhalb der Regierung.
Proteste spanien Rapper-Festnahme
Demonstranten schreien Parolen während einer Demonstration gegen die Inhaftierung des Rappers Hasel an der Puerta del Sol. Ein Gericht hatte den in Spanien für seine teils radikalen Texte bekannten Musiker wegen Beleidigung des Königshauses und der Verherrlichung von Gewalt in seinen Texten zu neun Monaten verurteilt. Am Dienstagabend war es bei den Kundgebungen zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. - dpa
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • Vize-Ministerpräsidentin Carmen Calvo warf dem Juniorpartner der Koalition, dem Bündnis Unidas Podemos (UP) vor, die gewalttätigen Proteste von Tausenden Menschen in verschiedenen Städten anzustacheln.

Das Recht auf Meinungsfreiheit dürfe nicht mit Gewalt verteidigt werden, sagte die Sozialistin am Donnerstag in einem Radio-Interview.

In der Nacht hatte UP-Sprecher Pablo Echenique auf Twitter gepostet: «All meine Unterstützung für die jungen Antifaschisten, die auf den Strassen Gerechtigkeit und Meinungsfreiheit fordern.» Nachdem es bereits am Dienstagabend nach der Festnahme des Rappers Pablo Hasél erste Proteste gegeben hatte, kam es in der Nacht zu Donnerstag unter anderem in Madrid, Barcelona, Vigo, Girona, Lleida und Granada erneut zu schweren Ausschreitungen.

Es habe Dutzende Verletzte gegeben, mindestens 42 Menschen seien festgenommen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die Behörden.

Der wegen Monarchie-Beleidigung und Verherrlichung von Gewalt zu neun Monaten Haft verurteilte Rapper war am Dienstag festgenommen worden, nachdem er sich geweigert hatte, die Strafe freiwillig anzutreten. Hasél hatte Alt-König Juan Carlos I., der sich nach Korruptionsvorwürfen und Ermittlungen gegen ihn nach Abu Dhabi abgesetzt hat, einen Dieb genannt und Gewaltfantasien gegen konservative Politiker in seine Texte eingebaut. Er selbst sieht das durch die Meinungsfreiheit gedeckt.

Ad
Ad

Mehr zum Thema:

GewaltTwitterHaftJuan CarlosStrafeRegierung