Ein 19-Jähriger aus Ludwigshafen ist wegen der Vergewaltigung und des Mordes an einem 17-jährigen Mädchen zu zehn Jahren Jugendstrafe verurteilt worden.
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Justitia - AFP/Archiv

Das Landgericht im rheinland-pfälzischen Frankenthal sah es am Dienstag als erwiesen an, dass der damals 17 Jahre alte Angeklagte das Mädchen im März 2020 am Willersinnweiher in Ludwigshafen vergewaltigt und dabei gewürgt hatte. Dabei habe er zumindest billigend in Kauf genommen, dass sie sterben würde.

Die Jugendkammer in Frankenthal hält das Mordmerkmal der Befriedigung des Geschlechtstriebs für verwirklicht. Denn der Täter habe das Mädchen gewürgt, um Geschlechtsverkehr mit ihr haben zu können, erklärte die Kammer.

Er wurde ausserdem des sexuellen Missbrauchs von Kindern in drei Fällen schuldig gesprochen. Das Gericht stellte fest, dass er insgesamt dreimal mit zwei Mädchen Geschlechtsverkehr hatte, die damals noch jünger als 14 Jahre waren. Vergewaltigung konnte hier allerdings nicht nachgewiesen werden. In einem weiteren Fall sei das Mädchen bereits 14 Jahre alt gewesen.

Die Staatsanwaltschaft beantragte, die Sicherungsverwahrung vorzubehalten. Dem folgte das Gericht aber nicht. Der Angeklagte sei nicht vorbestraft, eine hohe Rückfallwahrscheinlichkeit sei nicht ersichtlich, erklärte es. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, binnen einer Woche kann noch Revision zum Bundesgerichtshof eingelegt werden.

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