Die Zahl der offenen Stellen ist nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) so gross wie noch nie: Bundesweit 1,69 Millionen offene Stellen im vierten Quartal seien der höchste je gemessene Wert bei der seit 1989 erhobenen Betriebsbefragung, teilte das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mit.
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ifo-Institut: Nahezu alle Branchen suchen neues Personal.

Im Vergleich zum dritten Quartal 2021 stieg die Zahl der offenen Stellen demnach um 303.000 oder rund 22 Prozent. Gegenüber dem vierten Quartal 2020 betrug das Plus 507.000 offene Stellen oder 43 Prozent.

Laut IAB kommen bei Betrachtung der sogenannten Vakanzrate, also dem Verhältnis zwischen offenen Stellen und sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, auf 100 von den Betrieben nachgefragte Beschäftigte derzeit vier offene Stellen. Im dritten Quartal 2021 waren es noch 3,2 offene Stellen und im vierten Quartal des Vorjahres 2,8. «Die Personalnachfrage ist somit deutlich gestiegen», erklärte IAB-Forscher Alexander Kubis.

Auch das Beschäftigungsbarometer des Münchener Ifo-Instituts legte zu und stieg im Februar auf 104,3 Punkte, nach 102,5 Punkten im Januar. Die Hoffnungen auf ein Ende der Pandemie beflügelten die Personalpläne der Unternehmen, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut am Donnerstag mit.

Nahezu alle Branchen suchten neues Personal. In der Industrie und im Dienstleistungssektor habe der Indikator zugelegt. Selbst das Gastgewerbe wolle wieder einstellen. Am stärksten profitiere der Handel von den geplanten Lockerungen der Corona-Beschränkungen und plane, mehr Mitarbeitende anzuwerben. Auch Unternehmen im Baugewerbe suchten vermehrt neue Kräfte.

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