Die wirtschaftliche Abkühlung zeigt sich nun auch auf dem Arbeitsmarkt.
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Das Wichtigste in Kürze

  • Arbeitslosenzahl leicht gestiegen.

Von April bis Mai stieg die Arbeitslosenzahl um 7000 auf rund 2,24 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Zahl der Arbeitslosen aber um 80.000 niedriger. Die aktuelle Arbeitslosenquote belief sich nach Abgaben der BA unverändert auf 4,9 Prozent.

«Auf dem Arbeitsmarkt zeigen sich erste Auswirkungen der zuletzt etwas schwächeren konjunkturellen Entwicklung», erklärte BA-Chef Detlef Scheele. Die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern schwäche sich «auf hohem Niveau merklich ab», die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bleibe aber auf Wachstumskurs.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen im April im Vergleich zum Vorjahr um 484.000 auf 45,11 Millionen Personen angewachsen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg im März um 646.000 gegenüber dem Vorjahr auf 33,31 Millionen Menschen.

Den mehr als zwei Millionen Arbeitslosen standen im Mai 792.000 offene Arbeitsstellen gegenüber. «Anstatt sich über einen vermeintlichen Fachkräftemangel zu beklagen, sollten die Arbeitgeber stärker als bisher die Einstellung von Langzeiterwerbslosen in Erwägung ziehen», forderte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Sabine Zimmermann. Zudem bräuchten Beschäftigte einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung, um sich auf den technologischen Wandel vorzubereiten.

Ihr Kollege von den Grünen, Wolfgang Strengmann-Kuhn, forderte zudem, dass der Zugang zum Arbeitslosengeld I erleichtert wird. Derzeit würden zu viele Kurzzeitarbeitslose direkt in Hartz IV «abstürzen». Er kritisierte zudem, dass nach wie vor mehr als eine Million Erwerbstätige ihr Einkommen mit Sozialhilfe aufstocken müssen.

Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt, warnte, dass einige Unternehmen bereits in den Krisenmodus schalten: «Auch wenn sich die Anzeigen auf Kurzarbeit insgesamt noch auf einem niedrigen Niveau bewegen, stellen wir fest, dass die Anfragen zur Kurzarbeit aus dem Kreis unserer Mitglieder zunehmen.» Bei den Unternehmen bestehe Unsicherheit infolge vieler ungelöster geopolitischer Krisen, der protektionistischen Handelspolitik der USA und der Unklarheit, wie es in Europa nach der Wahl weitergeht.

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