WHO: Shamonda-Ausbreitung bei Menschen unwahrscheinlich
Nach dem ersten dokumentierten Shamonda-Virus-Fall bei einem Menschen geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht von einem grösseren Infektionsgeschehen aus.

Aufgrund verfügbarer Informationen und Kenntnissen über eng verwandte Viren handele es sich bei der Infektion in Frankreich um einen Einzelfall beim Menschen, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier. «Und es ist derzeit unwahrscheinlich, dass es zu einer weiteren Ausbreitung kommt», erklärte er in Genf.
Der Sprecher wies jedoch darauf hin, dass die WHO noch keine formelle Risikoeinschätzung erstellt habe. Das Shamonda-Virus war bislang bei Tieren wie etwa Rindern und Pferden festgestellt worden. Der erste bekannte Shamonda-Patient starb nach Angaben des französischen Agrarministeriums Anfang Oktober. Er litt demnach an einer schweren Immunschwäche.
Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Infektion durch den Stich einer Gnitze – einer kleinen Stechmücke – im Osten Frankreichs verursacht wurde. Dort waren im Frühjahr und Sommer Infektionen von Tieren mit dem Shamonda-Virus gemeldet worden. WHO-Sprecher Lindmeier sagte, dass die Übertragbarkeit von Viren durch Gnitzen in den kühleren Jahreszeiten generell abnehme.
Gnitzen sind in Mitteleuropa heimisch und allgemein von April bis November aktiv. Optimal vermehren sie sich bei 25 bis 35 Grad Celsius.
Auch in der Schweiz grassierte das Shamonda-Virus diesen Sommer. Das Institut für Virologie und Immunologie (IVI) hat es Ende Juli erstmals in Proben von Rindern mit Fieber, Durchfall und Milchrückgang nachgewiesen. Seither wurde das Virus auch in abortierten Rinderföten und in Pferden nachgewiesen.
Nachdem knapp 200 positive Fälle in 22 Kantonen nachgewiesen wurden, meldete das IVI Mitte Oktober, dass sich die akute Phase der Shamonda-Virus-Welle in der Schweiz wieder abschwäche.
Nachweise bei Nutztieren gab es auch in Deutschland, Österreich, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Spanien, Portugal, Italien und Irland.














