Sudan-Krieg: 27 Delegationen suchen in Genf nach Frieden
Dreieinhalb Jahre nach Ausbruch der Kämpfe im Sudan nehmen Vermittler und Vereinte Nationen einen neuen Anlauf für eine Friedenslösung. 27 Delegationen wollen bei einem Koordinierungstreffen in Genf die Friedensbemühungen vorantreiben.

«Der Krieg muss enden», sagte der persönliche Gesandte des UN-Generalsekretärs für den Sudan, Pekka Haavisto, zum Auftakt des 6. Treffens dieser Art. Er erwähnte keine Fortschritte, die womöglich bei früheren Treffen erreicht wurden.
Vielmehr warb er dafür, «praktische Wege nach vorn» zu finden, «Möglichkeiten für koordiniertes Vorgehen» zu identifizieren und «Grundlagen für nachhaltige Zusammenarbeit» zu schaffen.
Vertreten sind bei dem Treffen unter anderem die USA, China, Deutschland, Ägypten, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE), nicht aber die Konfliktparteien, also die Regierung und die paramilitärische Miliz Rapid Support Forces (RSF). Die UAE gelten als ihr Waffenlieferant.
Regierung und Miliz kämpfen seit April 2023 um die Vorherrschaft im Sudan und wirtschaftliche Interessen. Zehntausende Menschen wurden getötet, mehr als 14 Millionen vertrieben.
Während viel Geld für Waffen ausgegeben wird, hungern die Menschen und haben keine ausreichende medizinische Versorgung. Die Vereinten Nationen sprechen von einer der schwersten humanitären Krisen weltweit.
Der Einsatz von Drohnen hat das Kriegsgeschehen in diesem Jahr dramatisch verändert. Dadurch seien in den ersten sechs Monaten des Jahres schon mehr als 1.100 Menschen umgekommen, berichtet das UN-Menschenrechtsbüro.
Erst Anfang der Woche wurde ein belebter Markt an der Grenze zum Südsudan angegriffen, ebenso Gebiete in der Hauptstadt Khartum in der Nähe des Flughafens. Auf dem Markt sollen nach Medienberichten Dutzende Menschen umgekommen sein.
Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig für Angriffe.














