Krankenkassen

    Weil warnt vor höheren Beiträgen für Krankenkassen

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    Deutschland,

    Müssen Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung künftig tiefer in die Tasche greifen? Laut Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil könnte es im kommenden Jahr zu «knackigen Beitragserhöhungen» kommen.

    Der SPD-Politiker Stephan Weil während einer Pressekonferenz im Landtag. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
    Der SPD-Politiker Stephan Weil während einer Pressekonferenz im Landtag. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat angesichts wachsender Ausgaben für Corona-Tests vor Beitragssteigerungen der gesetzlichen Krankenversicherung gewarnt.

    Zu erwarten seien «knackige Beitragserhöhungen» im kommenden Jahr, sagte der SPD-Politiker dem «Tagesspiegel». «Jetzt kommt ein richtiger Griff in die Kassen, das hält das System nicht aus.» Er lehnte Pläne der Bundesregierung ab, die Finanzreserven der gesetzlichen Krankenkassen von acht Milliarden Euro für die Bewältigung der Corona-Kosten heranzuziehen.

    Werden die Rücklagen aufgebraucht, könnten viele gesetzliche Krankenkassen in die roten Zahlen rutschen und die Zusatzbeiträge am Ende daher deutlich stärker steigen. «Beitragserhöhungen sind letztlich für die allermeisten Zahler verdeckte Steuererhöhungen», sagte Weil. Zudem komme der dickste Kostenbrocken erst noch: «Wenn es gut geht, wird im nächsten Jahr eine umfassende Impfwelle durch Deutschland gehen, die sehr viel Geld kosten wird.»

    Weil kündigte eine Bundesratsinitiative an, um zu verhindern, dass die Kosten zu stark etwa auf die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) und die Betriebskassen abgewälzt werden. Ziel sei, das Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz der Bundesregierung zu stoppen und notfalls den Vermittlungsausschuss anzurufen, betonte Weil. Er rief dazu auf, die privaten Krankenkassen stärker in die Finanzierung einzubeziehen. Der Bund solle zudem mehr als die bisher geplanten fünf Milliarden Euro zusätzlich zuschiessen.

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte Mitte September ein Massnahmenpaket zur Stabilisierung der Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung vorgelegt. Besonders Kassen, die gut gewirtschaftet haben, würden bestraft, kritisierte Weil.

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