West-Nil-Virus steckt erstmals Pferd in der Schweiz an
Das Tier aus Kaisten AG war nie im Ausland und infizierte sich deshalb hierzulande. Fachleute sehen Hinweise, dass sich das Virus nördlich der Alpen etabliert.

Das Wichtigste in Kürze
- In Kaisten AG wurde erstmals ein Schweizer Pferd mit West-Nil-Virus entdeckt.
- Das Virus wird durch Stechmücken übertragen, nicht direkt durch Pferde.
- Fachleute vermuten, dass es sich nördlich der Alpen zunehmend etabliert.
Erstmals ist in der Schweiz das West-Nil-Virus bei einem Pferd nachgewiesen worden. Betroffen ist ein Tier aus Kaisten AG.
Das Pferd war nie im Ausland und muss sich daher in der Schweiz angesteckt haben. Das Institut für Virologie und Immunologie (IVI) bestätigte die Infektion nach mehreren Untersuchungen.
Demnach zeigte das Tier zunächst neurologische Symptome, habe sich inzwischen aber erholt, schreibt das IVI in seiner Mitteilung.
Virus dürfte sich nördlich der Alpen etablieren
Für die Fachleute kommt der Fall nicht überraschend. In mehreren europäischen Ländern wurden bereits zahlreiche Infektionen bei Menschen und Pferden festgestellt.
«Besonders in diesem Jahr hat die Zahl der Fälle in einigen europäischen Ländern deutlich zugenommen», heisst es weiter.
Nach dem Fall im Aargau erhärte sich die Vermutung, «dass sich das Virus auch nördlich der Alpen in der Schweiz zunehmend etabliert».
Übertragen wird das West-Nil-Virus durch Stechmücken. Es zirkuliert hauptsächlich zwischen Mücken und Wildvögeln. Auch Pferde und Menschen können durch einen Stich infiziert werden.
Eine direkte Ansteckung von Pferd zu Pferd oder vom Pferd auf den Menschen ist dagegen nicht nachgewiesen. Infizierte Pferde und Menschen verbreiten das Virus auch nicht über Mücken weiter.
Schwere Verläufe bleiben selten
Bei den meisten Pferden bleibt eine Infektion unbemerkt. Rund zehn Prozent können jedoch schwer erkranken.
Möglich sind neurologische Symptome sowie Entzündungen des Gehirns und Rückenmarks. Solche Verläufe können tödlich enden.
Auch beim Menschen verläuft eine Infektion meistens ohne Symptome oder nur mit leichtem Fieber. Bei weniger als einem Prozent kann es laut Bund jedoch zu einer schweren Gehirn- oder Hirnhautentzündung kommen.
Impfstoff kann Pferde schützen
Ganz neu ist das Virus in der Schweiz nicht. Bereits 2022 wurde es erstmals bei einheimischen Stechmücken im Tessin nachgewiesen. 2025 folgte dort der erste bestätigte Fall bei einem Menschen, der sich durch einen Mückenstich in der Schweiz angesteckt hatte.
Das Virus breitet sich seit Jahren auch in Europa weiter nach Norden aus. Infektionen bei Pferden wurden bereits in allen vier Schweizer Nachbarländern registriert.
Für Pferde ist in der Schweiz ein Impfstoff zugelassen. Er kann insbesondere vor schweren Krankheitsverläufen schützen.
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) empfiehlt, bei hohem Fieber oder neurologischen Auffälligkeiten bei Pferden rasch einen Tierarzt einzuschalten.
Auffällige Erkrankungs- oder Todesfälle bei Wildvögeln sollten der Wildhut gemeldet werden.











