Protest

    Warnstreik in Tschechien - Protest gegen Rundfunkpläne

    Mit einem eintägigen Warnstreik haben Tausende Beschäftigte der öffentlich-rechtlichen Medien in Tschechien gegen die geplante Abschaffung der Rundfunkgebühren protestiert.

    Tausende Demonstranten der Vereinigung «Milion chvilek pro demokracii» (deutsch: «Eine Million Momente für die Demokratie») stehen vor dem Gebäude des Tschechischen Fernsehens und...
    Tausende Demonstranten der Vereinigung «Milion chvilek pro demokracii» (deutsch: «Eine Million Momente für die Demokratie») stehen vor dem Gebäude des Tschechischen Fernsehens und... - Keystone/CTK/Deml Ondøej

    Zahlreiche Sendungen wie die Nachrichten begannen am Montag im Fernsehen jeweils mit einer einminütigen Verspätung. Viele Moderatoren trugen demonstrativ schwarze Trauerkleidung. Auf den Online-Seiten, in den sozialen Medien und im Videotext hatte das Angebot einen geringeren Umfang als üblich. Im Laufe des Tages waren Protesthappenings geplant. Ansonsten hielten sich die Auswirkungen zunächst in Grenzen.

    Das rechte Kabinett hatte vor einer Woche die Abschaffung der Rundfunkgebühren beschlossen. Das Parlament muss dem noch zustimmen. Die öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsender sollen künftig direkt aus dem staatlichen Haushalt finanziert werden. Sie sollen zudem deutlich weniger Geld erhalten als bisher.

    Kritiker sehen in dem Schritt einen Angriff auf die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien. Der rechte Kulturminister Oto Klempir warf den streikenden Beschäftigten hingegen vor, es gehe ihnen nicht um Werte, sondern nur ums Geld. In Tschechien regiert eine Koalition aus der rechtspopulistischen ANO des Milliardärs Andrej Babis und zwei Kleinparteien am rechten Rand des politischen Spektrums.

    Bereits am Sonntag hatten sich mehrere tausend Menschen vor dem Sendezentrum des tschechischen Fernsehens CT in Prag versammelt, um gegen die Regierungspläne zu protestieren. Sie hielten Spruchtafeln mit Texten wie «Freie Medien = Freie Gesellschaft» oder «Wir wollen kein Regierungs-Programm» hoch.

    Auch der liberale Präsident Petr Pavel äusserte sich jüngst kritisch zu der geplanten Medienreform, weil das bisherige System gut funktioniere. Derzeit zahlt in Tschechien jeder Haushalt monatlich 55 tschechische Kronen (2,10 Franken) für den Rundfunk und 150 Kronen (5,73 Franken) für das Fernsehen.

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    Kommentare

    User #3955 (nicht angemeldet)

    wir zahlen immer noch viel zu viel hier!!

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