Der Mörder von Sarah Everard hat laut Anklage ihre Festnahme vorgetäuscht, um sie zu entführen und zu vergewaltigen. Er war Polizeibeamter.
Menschen legen in dem Park Clapham Common Blumen für Sarah Everard nieder. Foto: Victoria Jones/PA Wire/dpa
Menschen legen in dem Park Clapham Common Blumen für Sarah Everard nieder. Foto: Victoria Jones/PA Wire/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Anklage fingierte der Mörder von Sarah Everard eine Festnahme.
  • Der Polizist hatte die 33-Jährige am 3. März entführt, vergewaltigt und getötet.

Im aufsehenerregenden Fall um den Mord an der Londonerin Sarah Everard hat die Anklage schwere, bislang unbekannte Vorwürfe gegen den geständigen Täter erhoben.

Der Polizist habe eine «falsche Festnahme» unter Verweis auf einen Verstoss der 33-Jährigen gegen Lockdown-Regeln vorgetäuscht, sagte Staatsanwalt Tom Little am Mittwoch vor dem Londoner Strafgericht Old Bailey.

Dabei habe der Polizist seinen Dienstausweis und Handschellen benutzt.

Sarah Everard
London Sarah Everard: In einem Waldstück bei Ashford wurde die versteckte Leiche der 33-Jährigen gefunden. Polizeitaucher untersuchen ein Gewässer in der Nähe von Rope Walk. - dpa

Der 48-Jährige hatte bereits zugegeben, die 33-Jährige am 3. März entführt sowie anschliessend vergewaltigt und getötet zu haben. Der Staatsanwalt sagte in seinem Plädoyer, die Tatsache, dass Everard während des relativ strengen Corona-Lockdowns auf dem Rückweg vom Abendessen bei einer Freundin gewesen sei, habe die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie einen Verstoss gegen Corona-Beschränkungen eingesehen habe.

Im März war es in England offiziell noch nicht erlaubt, sich zu Hause zu besuchen.

sarah everard
Zwei Frauen schauen sich die Blumen an, die für die getötete Sarah Everard im Clapham Common Park in London niedergelegt wurden. - dpa

Strafmass am Donnerstag

Der Fall hatte landesweit für Wut und Entsetzen gesorgt und eine neue Debatte über Gewalt gegen Frauen ausgelöst. Das Urteil am Londoner Strafgericht ist für zwei Tage angesetzt. Zunächst sollen Anklage und Verteidigung ihre Plädoyers halten. Am Donnerstag will dann Richter Adrian Fulford das Strafmass bekannt geben. Allgemein wird erwartet, dass der 48-Jährige zu lebenslanger Haft verurteilt wird.

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