Meningitis-Ausbruch in Südengland - Hunderte erhalten Antibiotika
Nach zwei Meningitis-Todesfällen werden in der Grafschaft Kent in Südengland vorsorglich Hunderte Menschen mit Antibiotika behandelt. Vor den Ausgabestellen bildeten sich lange Schlangen.

Wie viele Menschen insgesamt vorsorglich gegen die Bakterien wirkende Mittel erhalten sollten, blieb zunächst unklar. In den vergangenen Tagen waren ein Schüler und ein Student aus Canterbury gestorben, weitere Erkrankte sind im Spital in Behandlung.
Verursacht wurden die Fälle von Meningokokken der Untergruppe B, wie nach Angaben der Nachrichtenagentur PA am Dienstag bestätigt wurde. Das sind Bakterien, die schwere Hirnhautentzündungen (Meningitis) und Blutvergiftungen (Sepsis) auslösen können. Die Erkrankung kann sehr schnell verlaufen. Bereits bei begründetem klinischem Verdacht auf eine solche Meningokokken-Erkrankung soll darum gemäss Meningitis-Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) umgehend mit einer Antibiotikatherapie begonnen werden.
Die Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion – Husten, Niesen, Küssen – übertragen. Die ersten Anzeichen einer Infektion sind oft grippeähnlich – Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit. Bei schwerem Verlauf kann es zu septischem Schock, Organversagen und Hirnschäden kommen. Die Todesfallrate betrage 7 bis 15 Prozent, viele Überlebende litten an schweren Langzeitfolgen, heisst es beim Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin.
Im Februar war es auch in der Schweiz zu einem Meningitis-Fall gekommen. Ein Rekrut der Kaserne Emmen LU war aufgrund einer Meningitis-Infektion hospitalisiert worden. Weitere 120 Rekrutinnen und Rekruten durften vorsorglich nicht in den Wochenendurlaub. In der Schweiz treten jährlich rund 60 Fälle schwerer bakterieller Meningitis auf, wie die Armee schrieb.










