Wanderer wählen Notruf – lehnen Rettung dann aber ab
Ein Sommergewitter überrascht fünf Wanderer auf 2600 Metern Höhe. Sie schlagen Alarm – doch als die Bergretter bei ihnen eintreffen, lehnen sie die Hilfe ab.

Das Wichtigste in Kürze
- In Italien wählte eine Wandergruppe am Gran-Sasso-Massiv den Notruf.
- Als die Einsatzkräfte schliesslich eintrafen, lehnten sie die Rettung jedoch ab.
- Sie wollten die Nacht an Ort und Stelle verbringen.
Als Bergretter nach einem mühsamen Aufstieg endlich die gesuchten Wanderer erreichen, erwartet sie eine böse Überraschung: Die Gruppe sitzt in ihren Zelten, das Gewitter ist vorüber – und Hilfe will plötzlich niemand mehr.
Dabei hatte die Situation wenige Stunden zuvor noch ganz anders ausgesehen. Wie «Il Dolomiti» berichtet, waren die Wanderer im Gran-Sasso-Massiv auf rund 2600 Metern Höhe von einem heftigen Sommergewitter überrascht worden.
Zunächst rief die Gruppe die Notrufnummer 112 an und bat um Verhaltenstipps. Doch schon kurz darauf meldeten die Wanderer eine Notlage.
Kontakt plötzlich abgerissen
Die Leitstelle kündigt einen Rückruf durch die Bergrettung an. Doch dazu kommt es nicht mehr: Weil sich die Wanderer in einem Bereich ohne Mobilfunkempfang bewegen, reisst der Kontakt ab.
Aufenthaltsort und der Gesundheitszustand der Gruppe haben sich nicht zuverlässig einschätzen lassen, so die Tageszeitung. Deshalb entscheidet der alpine Rettungsdienst der italienischen Region Abruzzen, auszurücken.
Für die Einsatzkräfte beginnt ein anspruchsvoller Fussmarsch.
Vor Ort bietet sich den Bergrettern dann ein unerwartetes Bild. Die fünf Wanderer befinden sich in ihren Zelten, sind wohlauf und das Wetter hat sich inzwischen beruhigt.
Dann der Gipfel: Das Angebot der Bergrettung, die Gruppe zurück zum Hochplateau Campo Imperatore zu begleiten, lehnen die Wanderer ab. Sie wollen die Nacht jetzt an Ort und Stelle verbringen.
Einsatzkräfte betonen Vorbereitung auf Bergrouten
Gegenüber «Il Dolomiti» betonen die Bergretter, dass ein Notruf nur in einer tatsächlichen Notlage abgesetzt werden sollte. Ebenso wichtig sei es, erreichbar zu bleiben und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen.
Andernfalls werde die Lagebeurteilung erschwert und wertvolle Rettungsressourcen würden unnötig gebunden.
Der Vorfall zeige ausserdem, wie wichtig eine gute Vorbereitung auf Touren im Gebirge sei. Im Ernstfall sollten Wanderer ihren Standort, ihren Gesundheitszustand, wenn möglich die Koordinaten sowie die Wetterlage möglichst genau durchgeben.

















