Wal könnte wegschwimmen – ist er zu geschwächt?
Schon wieder hängt der Wal, der sich an der deutschen Ostsee verirrt hat, fest. Das Wasser vor Ort ist laut Experten aber tief genug. Ist der Wal zu geschwächt?

Das Wichtigste in Kürze
- Am Montag strandete ein Buckelwal in der deutschen Ostsee auf einer Sandbank.
- Seither konnte sich das Tier zwei Mal befreien, steckt nun aber wieder fest.
- Das Wasser sei aber theoretisch tief genug, dass er sich selbst retten könne, so Experten.
- Möglicherweise sei der Wal aber schon zu geschwächt. Seine Gesundheit leide.
Erneutes Drama rund um den verirrten Ostsee-Wal.
Dieser strandete am Montagmorgen am Timmendorfer Strand in flachem Gewässer auf einer Sandbank. Nach einer tagelangen Rettungsaktion gelang es dank Baggern schliesslich, das Tier zu befreien.
Doch: Der Buckelwal schaffte es nicht bis in den offenen Ozean. Bereits am Samstag lief er in der Wismarbucht erneut auf Grund. Erst Stunden später – in der Nacht auf Sonntag – gelang es ihm aus eigener Kraft, sich zu befreien.
Dies, um nur Stunden später nur rund 800 Meter entfernt erneut festzustecken. Wieder hängt der Wal aktuell auf einer Sandbank fest.
Der Wal wäre «frei genug» – ist er zu schwach?
Das Problem: Das Tier könnte sich aus eigener Kraft befreien, da das Wasser an der Stelle tief genug sei. Aber der Meeressäuger scheint dafür zu geschwächt zu sein, erklären Experten an einer Pressekonferenz.
Sie betonten, der Wal sei «frei genug» um selbstständig wegzuschwimmen. Allerdings: «Auf Anfahren hat das Tier nicht mehr reagiert.» Warum dies so ist, ist aktuell unklar. Doch es bestehe die Möglichkeit, dass das Tier bereits zu schwach sei.
Denn: «Der Zustand des Wals hat sich seit gestern deutlich verschlechtert.» Es gehe dem Tier nicht gut, auch innere Verletzungen könnten nicht ausgeschlossen werden.
Darum habe man beschlossen, den Wal «in Ruhe zu lassen», damit er Kraft tanken könne. Dafür sei rund um das Tier eine Sperrzone von 500 Metern eingerichtet worden.
Wasserstand sinkt in den nächsten Tagen ab
Man habe aber nach wie vor die Hoffnung, dass sich der Wal nach einer Erholungsphase noch rette. Dies müsse jedoch bald geschehen, so der Tenor an der Pressekonferenz.
Denn: Der Wasserstand soll in der Region in den nächsten Tagen sinken. Das würde es dem Wal erschweren, von der Sandbank herunterzukommen.

Sollte dieser Fall eintreffen, wäre ein Rettungseinsatz mit Baggern wieder von Nöten. Doch gegenüber der «Bild Zeitung» sprach sich Greenpeace bereits gegen einen weiteren solchen Eingriff aus.
Die Begründung: «Wir wollen dem geschwächten Tier weiteren Stress ersparen.»
In einem Worst-Case-Szenario werde dem Wal der Schwumm ins offene Meer nicht mehr gelingen, hiess es an der Pressekonferenz. In diesem Falle müsse man den Kadaver des Tiers bergen.
Einschläfern kommt nicht in Frage
Was allerdings unter keinen Umständen in Frage komme, sei es, den Wal einzuschläfern. Denn: «Es gibt keine Möglichkeit, das Tier einzuschläfern.»
Es gebe schlicht und einfach keine Möglichkeit, dies ohne Schmerzen für den Wal zu tun. Zudem sei dies auch für die Wal-Retter ein zu gefährlicher Vorgang.















