Vorarbeiten für erneute Untersuchung des «Estonia»-Untergangs angelaufen

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    Schweden,

    Fast drei Jahrzehnte nach dem Untergang der «MS Estonia» in der Ostsee sind die Vorarbeiten für eine erneute Untersuchung der Unglücksursache angelaufen.

    Schiff mit abgerissener Bugklappe der «MS Estonia»
    Schiff mit abgerissener Bugklappe der «MS Estonia» - LEHTIKUVA/AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Schiffe aus Schweden und Estland bringen Taucher zum Wrack der Fähre in der Ostsee.

    Zwei Schiffe aus Schweden und Estland traten am Donnerstag die Fahrt zu dem Wrack der am 28. September 1994 gesunkenen Fähre an. Die Besatzungen sollen die Bedingungen für eine erneute Untersuchung prüfen.

    Der Untergang der «Estonia» war eines der schlimmsten Schiffsunglücke des 20. Jahrhunderts. 852 Menschen starben, nur 137 Insassen überlebten. Schweden, Estland und Finnland entschieden sich gegen eine Bergung des Wracks und erklärten 1995 seinen Lageplatz in internationalen Gewässern offiziell zu einer letzten Ruhestätte, die gemieden werden muss.

    Die entsprechenden Regelungen, die auch Tauchgänge zu dem Wrack untersagten, wurden kürzlich geändert, nachdem ein Dokumentarfilm Zweifel an den Ergebnissen der offiziellen Untersuchung der Unglücksursache gesät hatte. Die neue Untersuchung wird von schwedischen und estnischen Behörden geführt.

    Jonas Backstrand von der schwedischen Behörde für Unfalluntersuchungen (SHK) sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Tauchgänge zur Untersuchung des «Estonia»-Wracks sollten am Freitag beginnen. Nach einer vorläufigen Untersuchung werde zu einem späteren Zeitpunkt eine umfassendere Prüfung erfolgen. Diese soll nach Schätzungen der SHK bis kommenden Frühling abgeschlossen sein.

    Die ursprüngliche Untersuchung hatte ergeben, dass bei heftigem Seegang die bereits beschädigte Bugklappe der «MS Estonia» abgerissen worden sei. Dadurch sei Wasser in das Deck eingedrungen, auf dem die Passagiere ihre Autos abgestellt hatten. Opferangehörige und Überlebende des Unglücks haben jahrzehntelang für eine tiefergehende Untersuchung der Ursachen gekämpft.

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