Das Buch der Grünen-Chefin Annalena Baerbock muss aus dem Handel gezogen werden. Baerbock habe sich selbst zum Rückruf entschieden, wie sie behauptet.
Annalena Baerbock
Annalena Baerbock - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Annalena Bearbock zieht ihr Buch aus dem Handel zurück.
  • Sie habe sich selbst für den Rückruf entschieden – zuvor gab es Plagiatsvorwürfe.
  • Ihr Wahlkampf habe unter der Veröffentlichung des Buchs gelitten.

Das wegen Plagiatsvorwürfen in die Kritik geratene Buch der deutschen Grünen-Chefin Annalena Baerbock wird nicht mehr verkauft. Das habe Baerbock selbst entschieden, teilte der Ullstein-Verlag am Donnerstag in Berlin mit.

Eigentlich hatte Baerbock angekündigt, ihr Buch «Jetzt. Wie wir unser Land erneuern» zu überarbeiten. Noch Mitte August hatte eine Verlagssprecherin auf Anfrage mitgeteilt, Baerbock arbeite an der Ergänzung von Quellenangaben.

«Der Wahlkampf und die nachfolgenden Sondierungs- und Koalitionsverhandlungen haben nicht den Raum für die notwendigen Ergänzungsarbeiten gelassen.» Dies erklärte Baerbock nun in über den Verlag verbreiteten Zitaten. «Es ist absehbar, dass sich dies in den kommenden Monaten nicht ändern wird.»

Buch wird nicht mehr verkauft

Das Buch werde nicht mehr gedruckt, im Handel befindliche Exemplare nicht mehr verkauft und das eBook sei nicht mehr verfügbar. Dies verkündete eine Verlagssprecherin der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage.

Baerbocks Buch war am 21. Juni veröffentlicht worden. Darauf machte Medienwissenschaftler Stefan Weber auf eine Reihe von Stellen aufmerksam, an denen sich sprachliche Ähnlichkeiten zu anderen Werken finden.

Sowohl Baerbock als auch ihre Partei und der Verlag verteidigten das Buch zunächst. Bundesgeschäftsführer Michael Kellner sprach in einer ersten Reaktion sogar von «Rufmord». Den Vorwurf der Urheberrechtsverletzung wiesen sowohl die Grünen als auch der Ullstein-Verlag zurück.

Keine Fussnoten

In dem Buch gibt es keine Fussnoten und auch kein Quellenverzeichnis am Ende. Der Ullstein-Verlag erklärte im Juli, dass es aber Quellenangaben im Text gebe, die nun für mögliche weitere Auflagen ergänzt würden.

Baerbock war dieses Jahr als Kanzlerkandidatin für die Ökopartei angetreten. Die Diskussion um das Buch gilt als einer der Gründe dafür, dass das Wahlergebnis weit unter den Umfragewerten blieb.

Derzeit verhandeln Grüne, SPD und FDP über die Bildung einer neuen Bundesregierung. Baerbock ist als mögliche Ministerin im Gespräch. Den Parteivorsitz müsste sie nach grünen Gepflogenheiten dann niederlegen.

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