War Russen-Tanker für iranisches Militär unterwegs?
Die USA haben einen unter russischer Flagge fahrenden Tanker beschlagnahmt. Er hat sanktioniertes Öl transportiert. Im Ticker bleibst du auf dem Laufenden.
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Das Wichtigste in Kürze
- Die USA beschlagnahmten am Mittwoch in der Karibik und im Nordatlantik zwei Tanker.
- Einer davon fuhr unter russischer Flagge, Moskau verurteilt die Beschlagnahmung.
- Hier im Ticker gibt es die neusten Informationen.
Die USA beschlagnahmten am Mittwoch zwei Öltanker, die mit sanktioniertem venezolanischen Öl in Verbindung stehen sollen. Einen davon verfolgten US-Kräfte bereits seit zwei Wochen, als der Tanker vor Venezuela die Route änderte und Richtung Norden fuhr. Im Nordatlantik wurde das Schiff, das dann unter russischer Flagge fuhr, von US-Kräften unter Kontrolle gebracht.
Bereits am Samstag griffen die USA Venezuela an, nahmen Präsident Nicolás Maduro fest und flogen ihn aus. Caracas hat Washington mittlerweile zugesagt, 30 bis 50 Millionen Barrel sanktionierten Öls zu liefern. Auch werden die USA den venezolanischen Öl-Verkauf auf unbestimmte Zeit in ihre Hände nehmen.
Alle neusten Entwicklungen liest du hier im Nau.ch-Ticker. Die Informationen vom Vortag kannst du hier nachlesen.
War Russen-Tanker für iranisches Militär unterwegs?
06.00: Der von den USA festgesetzte russische Öltanker, könnte laut neuesten Erkenntnissen für das iranische Militär unterwegs gewesen sein. Wie aus Dokumenten hervorgeht, über die «Bild» berichtet, stand das Schiff nämlich bereits in der Vergangenheit im Zusammenhang mit Lieferungen an Netzwerke des Mullah-Regimes.
US-Geheimdienste gehen laut «CBS News» demnach auch davon aus, dass der festgesetzte Tanker nicht etwa Öl, sondern tragbare Flugabwehrsysteme aus iranischer oder russischer Produktion an Bord hat. Russland und der Iran arbeiten seit Jahren militärisch zusammen.
Tanker stand im Einsatz für Firmen, die Irans Milliär nahestehen
Der unter russischer Flagge fahrende Rohöl-Tanker «Marinera» – vor einer Woche noch «Bella 1»– wurde am Mittwoch von der US Coast Guard zwischen Island und Grossbritannien geentert. Interne Unterlagen zeigen demnach, dass das Schiff zuvor für Firmen im Einsatz war, die dem iranischen Militär nahestehen.
Eine dieser Firmen soll laut US-Finanzministerium Teil eines Netzwerks sein, das illegale Lieferungen – unter anderem von Drohnen – für die Streitkräfte des Iran ermöglicht. Der Tanker steht ausserdem seit 2024 unter US-Sanktionen, unter anderem wegen mutmasslicher Transporte für die vom Iran unterstützte Terrormiliz Hisbollah.
Venezuela spricht von rund 100 Toten bei US-Angriff
04.20: Bei dem US-Angriff in Caracas am Wochenende zur Festnahme von Staatschef Nicolás Maduro sind nach venezolanischen Regierungsangaben rund 100 Menschen getötet worden. Etwa genau so viele seien bei dem «schrecklichen Angriff» verletzt worden, sagte Innenminister Diosdado Cabello.
Die Opferzahl könne noch weiter ansteigen. Unter den Getöteten seien auch Zivilisten, darunter Frauen, die zur Zeit des Angriffs in ihren Häusern schliefen, sagte Cabello. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Trump und Kolumbien-Präsident telefonieren zusammen
02.55: Nach der Militäraktion hatte Donald Trump auch Kolumbien und dessen Präsident Gustavo Petro gedroht. Er warf auch ihm vor, Drogen in die USA zu liefern, und schloss einen Militärschlag nicht aus. Am Mittwochabend (Ortszeit) telefonierten die beiden Staatschefs dann miteinander, Trump kündigte ein Treffen in Washington an.

Petro habe angerufen, um «die Drogen-Situation und andere Meinungsverschiedenheiten» zu erläutern, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Es sei ihm eine Ehre gewesen, mit Petro zu sprechen und er freue sich, ihn in «naher Zukunft» zu treffen. Das Meeting werde im Weissen Haus in Washington stattfinden.
Petro sagte wenig später, er habe rund eine Stunde mit Trump gesprochen. «Ohne Dialog gibt es Krieg», sagte er vor Demonstranten bei einer Kundgebung für die Souveränität seines Landes. Kolumbien könne nun ruhig schlafen.
Trump: Venezuela investiert Öl-Einnahmen nur in US-Produkte
02.00: Venezuela wird die Einnahmen aus seinen Öl-Geschäften mit den USA laut US-Präsident Donald Trump nur in US-Produkte investieren. «Ich wurde gerade darüber informiert, dass Venezuela mit den Einnahmen aus unserem neuen Öl-Deal AUSSCHLIESSLICH in den USA hergestellte Produkte kaufen wird», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Dazu gehörten unter anderem US-Agrarprodukte, Medikamente, medizinische Geräte und Ausrüstung zur Verbesserung des venezolanischen Stromnetzes und der Energieanlagen.
Mit anderen Worten, Venezuela verpflichte sich, mit den USA als Hauptpartner Geschäfte zu machen, schrieb Trump weiter. Er bezeichnete dies als eine kluge Entscheidung und eine «sehr gute Sache» für die Menschen in Venezuela und den USA.
USA: Tanker transportierte auch Öl aus dem Iran
22.55: Der unter russischer Flagge fahrende, beschlagnahmte Tanker transportierte laut US-Justizministerin Pam Bondi auch Erdöl aus dem Iran. Das Schiff sei wegen seiner Rolle «in einem Netzwerk zur Umgehung von Sanktionen, das für die Unterstützung ausländischer terroristischer Organisationen verantwortlich ist», in das Visier der USA geraten, schrieb Bondi.
Gegen die Besatzungsmitglieder des Schiffs werde umfassend ermittelt. Sie hätten den Anweisungen der Küstenwache nicht Folge geleistet und versucht zu fliehen. Gegen alle schuldigen Akteure würden strafrechtliche Schritte eingeleitet.
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Das Justizministerium überwache zudem mehrere andere Schiffe im Hinblick auf ähnliche Durchsetzungsmassnahmen. «Jeder, der sich auf einem Schiff befindet und den Anweisungen der Küstenwache oder anderer Bundesbeamter nicht Folge leistet, wird überprüft und mit der ganzen Härte des Gesetzes verfolgt.»












