Verdacht auf Anschlag nach Brand in Tschechien
Nach einem Brand in einem Rüstungsbetrieb im tschechischen Pardubice gibt es Hinweise auf einen terroristischen Anschlag. Das teilte Innenminister Lubomir Metnar bei X mit.

Es seien keine Verletzten, aber Sachschäden gemeldet worden. Der 58-Jährige berief einen Krisenstab im Ministerium in Prag ein. Aktuell gebe es keine Hinweise auf eine weitere Gefahr, betonte Metnar anschliessend. Die Terrorwarnstufe bleibe zunächst unverändert.
Eine Sprecherin der Firma LPP Holding bestätigte, dass es zu dem Brand in einem ihrer Betriebe in einem Industriegebiet von Pardubice gekommen sei. Das Unternehmen stellt nach Angaben auf seiner Internetseite unter anderem Drohnenmotoren und Zielfernrohre für Gewehre her. Wie die Agentur CTK berichtete, kooperiert die Firma mit einem grossen israelischen Rüstungsunternehmen bei der Entwicklung und Herstellung von Drohnen.
Der tschechische Regierungschef Andrej Babis erklärte, er halte den Verdacht, dass der Brand im Zusammenhang mit dem Gaza-Konflikt absichtlich gelegt worden sei, für «sehr schwerwiegend». Der Inlandsgeheimdienst BIS und die Polizei hätten Ermittlungen aufgenommen.
Das Nachrichtenportal «Aktualne.cz» zitierte aus einem mutmasslichen Bekennerschreiben einer Gruppe, die sich «The Earthquake Faction» nenne. «Heute am frühen Morgen wurde ein wichtiges Herstellungszentrum für israelische Waffen von einer Untergrundgruppe angezündet», heisst es demnach darin. Die Behörden äusserten sich zunächst nicht zur Echtheit des Schreibens.
Die Feuerwehr teilte mit, dass eine Halle komplett zerstört und ein Verwaltungsgebäude beschädigt worden seien. Insgesamt seien mehr als 50 Feuerwehrleute im Einsatz gewesen. Der Brand sei gegen 4.00 Uhr morgens ausgebrochen und bis zum Nachmittag gelöscht worden. Es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung etwa durch Schadstoffe in der Luft, wie Messungen ergeben hätten.














