Verbände rechnen mit mehr Schimmelbefall in Wohnungen

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Wegen der gestiegenen Heizkosten bleiben viele Wohnungen kühler als üblich. Wer nicht ausreichend lüftet, muss mit Schimmel rechnen. Schimmelpilzbekämpfer erwarten nach diesem Winter mehr Arbeit.

    Schimmelpilzbekämpfer
    Schimmelpilzbekämpfer erwarten nach diesem Winter mehr Arbeit. - Daniel Reinhardt/dpa

    Das sparsamere Heizen in diesem Winter wird Experten zufolge für mehr Schimmelschäden in Wohnungen und Häusern sorgen. «Die Gefahr der Schimmelbildung in Folge eines unangepassten Heiz- und Lüftungsverhaltens ist durchaus als hoch einzustufen», sagte Stefan Betz, Vorsitzender des Bundesverbandes Schimmelpilzsanierung, der Deutschen Presse-Agentur. Aus Sicht des Energieberater-Verbandes GIH mangelt es an Aufklärung über das richtige Heizen und Lüften.

    «Schimmelschäden werden vermehrt in älteren Bestandsgebäuden auftreten und hier vor allem in den schlecht wärmegedämmten Mehrfamilienhäusern der 1960er und 70er Jahre», schätzt Betz. Grundsätzlich seien in allen Gebäuden Küchen, Badezimmer und Schlafzimmer eher gefährdet, da hier viel Feuchtigkeit entstehe.

    «Wenn hier weniger geheizt wird als in den Vorjahren, um Energiekosten zu sparen, aber das Lüftungsverhalten nicht angepasst wird, kann es zu einem Eintrag erhöhter Feuchtigkeit an Wänden, Zimmerecken aber auch Möbeln und Stoffen kommen und in der Folge zu Schimmel», sagte der Experte.

    Es werde zwar viel für das Energiesparen geworben, aber nicht ausreichend über das richtige Nutzerverhalten aufgeklärt, sagt Lutz Badelt, Vorsitzender des GIH-Landesverbands Berlin-Brandenburg. Ihm sei ein Fall bekannt, in dem die Bewohner eines Hauses gar nicht mehr heizen, sondern die Wärme vom Kochen nutzen. So gelange die feuchte Luft in die anderen Räume – eine Gefahr für Schimmel.

    Tabuthema Schimmel

    Auch sei Schimmel mitunter ein Tabuthema. «Vor allem in der älteren Generation wird Schimmel mit Unsauberkeit verbunden», so Badelt. Deshalb werde nicht gern darüber gesprochen und das Problem nicht gelöst. Betroffene würden auch stigmatisiert. «Manchmal wird Leuten vorgeworfen, dass sie nicht richtig lüften. Doch pauschal lässt sich das nicht sagen. Bewohner von schlecht gedämmten Gebäuden haben oft gar keine Chance, Schimmel zu vermeiden.»

    «Entdeckt ein Mieter einen Schimmelschaden, so wird er sich mit hoher Wahrscheinlichkeit zuerst an seinen Vermieter wenden», so Betz. Oft komme es in dieser Phase zu Streitereien um die Ursache. «Bis ein Schaden bei einer Sanierungsfirma oder einem Rechtsanwalt ankommt, vergehen oft Wochen und Monate», so der Experte. Verwertbare Zahlen werde es daher frühestens in einem halben bis einem Jahr geben.

    Kommentare

    Weiterlesen

    dsf
    74 Interaktionen
    Prämien-Treiber
    Pest
    33 Interaktionen
    Pest in Russland?

    MEHR IN NEWS

    guterres
    1 Interaktionen
    UN-Generalsekretär
    syrien
    1 Interaktionen
    In Saudi-Arabien
    Barcelona
    In Barcelona

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    mitarbeiter
    41 Interaktionen
    Gen Z
    Vanessa Behrendt AfD
    86 Interaktionen
    Wut in Deutschland
    Frankfurt/Main
    ki
    KI aus Deutschland