Untersuchung gegen Nichtregierungsorganisation Saving Humans

    Keystone-SDA
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    Italien,

    Nach der Übernahme von 27 Migranten ermittelt Italiens Justiz in dem Fall gegen vier Menschen. Gegen eine Nichtregierungsorganisation läuft eine Untersuchung.

    Nichtregierungsorganisation
    Migranten sitzen auf einem Boot der Nichtregierungsorganisation Mediterranea Saving Humans, während sie vor der Küste der italienischen Insel Lampedusa segeln. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die «Mare Jonio» hatte im Sommer Migranten von einem dänischen Schiff aufgenommen.
    • Dafür soll Geld geflossen sein.
    • Mediterranea Saving Humans bestreitet jegliches Fehlverhalten.

    Das Schicksal von Bootsmigranten auf einem dänischen Tankschiff vor Malta sorgte im Spätsommer 2020 für Schlagzeilen. Jetzt ermittelt die italienische Justiz in dem Fall gegen vier Menschen aus dem Umfeld einer Hilfsorganisation.

    Nach Agenturberichten untersucht die Staatsanwaltschaft von Ragusa auf Sizilien, ob es sich um einen Fall von Schlepperkriminalität handelt. Damals hatte das private italienische Hilfsschiff «Mare Jonio» die Menschen von dem Handelsschiff der Reederei Maersk übernommen. Dafür soll, so der Verdacht, Geld geflossen sein.

    Nichtregierungsorganisation unter Beschuss

    Das Unternehmen Maersk Tankers teilte mit, dass man von der Untersuchung gegen die Nichtregierungsorganisation Mediterranea Saving Humans erfahren habe. «Wir wurden von den Behörden im Zusammenhang mit dieser Untersuchung nicht kontaktiert, sind aber jederzeit bereit zu helfen», hiess es.

    Da die Ermittlungen liefen, gebe man keine weiteren Kommentare ab. Die Staatsanwaltschaft reagierte am Dienstag nicht auf Anfrage. Mediterranea hatte schon am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa ein Fehlverhalten bestritten.

    Nichtregierungsorganisation
    Das Boot der Nichtregierungsorganisation Mediterranea Saving Humans fährt in den Hafen auf der italienischen Insel Lampedusa ein. Das Rettungsschiff «Alex» der italienischen Hilfsorganisation Mediterranea ist trotz eines von Innenminister Salvini verhängten Verbots in den Hafen von Lampedusa eingelaufen. Nach Angaben der Organisation befänden sich nahezu 60 Menschen an Bord, darunter 41 Gerettete. Zugelassen sei das Schiff lediglich für 18 Menschen. - dpa

    Die 27 Bootsmigranten waren im September 2020 von dem Mediterranea-Schiff «Mare Jonio» im sizilianischen Pozzallo an Land gebracht worden. Zuvor hatten die Menschen über einen Monat auf dem dänischen Tanker «Maersk Etienne» vor Malta ausgeharrt. Die Besatzung des Tankschiffs und Hilfsorganisationen hatten vor der Genehmigung aus Italien um Aufnahme der Bootsmigranten in einem Mittelmeerhafen gebeten. Die Migranten wurden von dem Tanker aus Seenot gerettet.

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