Orban sieht Wahlniederlage ein: «Schmerzhaft, aber eindeutig»
In Ungarn entscheidet sich heute das Schicksal des osteuropäischen Staates. Nau.ch informiert dich über die Wahlen im Live-Ticker.

Das Wichtigste in Kürze
- In Ungarn zeichnet sich eine Rekordbeteiligung bei den Wahlen ab.
- Orban verspricht Respekt fürs Wahlergebnis, Magyar warnt vor Betrug
- Sowohl die Fidesz- als auch die Tisza-Partei werfen sich Verstösse vor.
- Mit dem Nau.ch-Liveticker bleibst du auf dem Laufenden.
Die Wahl in Ungarn ist im Vorfeld mit grosser Spannung erwartet worden. Die Parlamentswahl am Sonntag könnte das Ende der 16-jährigen Herrschaft von Viktor Orban bedeuten.
Die Wahllokale öffneten um 6 Uhr morgens und schliessen um 19 Uhr. Vor vielen Wahllokalen bildeten sich lange Schlangen, besonders in Budapest war der Andrang enorm.
Mit dem Nau.ch-Liveticker bleibst du auf dem Laufenden:
Alain Berset: «Ungarn hat entschieden»
01.30: Alain Berset hat dem Oppositionsführers Peter Magyar zum Wahlsieg gratuliert. «Ungarn hat entschieden. Gratulation an Peter Magyar zum Wahlsieg», schrieb der Generalsekretär des Europarates auf der Plattform X.
«Wir freuen uns darauf, gemeinsam unsere gemeinsamen Verpflichtungen zu wahren, die Rechtsstaatlichkeit zu stärken und zu zeigen, dass die Demokratie allen Bürgerinnen und Bürgern zugutekommt», schrieb Berset weiter.
Selenskyj zu Ungarn-Wahl: «überwältigender Sieg» von Magyar
00.45: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem bisherigen ungarischen Oppositionsführer Peter Magyar zu seinem «überwältigenden Sieg» bei der Parlamentswahl gratuliert.
Es sei wichtig, dass sich ein konstruktiver Ansatz durchsetze, schrieb Selenskyj am späten Abend auf der Plattform X. Die Ukraine habe stets gute nachbarschaftliche Beziehungen zu allen europäischen Staaten angestrebt und sei bereit, ihre Zusammenarbeit mit Ungarn zu vertiefen.
Ungarn: Wahlsieger Magyar verspricht Neuanfang
00.30: Ungarns Oppositionsführer Peter Magyar hat nach seinem spektakulären Sieg bei der Parlamentswahl einen Neuanfang im EU- und Nato-Land versprochen. «Gemeinsam haben wir das Orban-System abgewählt, gemeinsam haben wir Ungarn befreit», sagte er vor zehntausenden begeisterten Anhängern am Donauufer in Budapest. Ungarn werde wieder ein starker Partner in der EU und in der Nato sein.
«Eine mächtige Arbeit liegt vor uns», führte er weiter aus. Die Regierung des abgewählten Ministerpräsidenten Viktor Orban habe eine ruinierte Wirtschaft, ein vernachlässigtes Gesundheits- und Bildungswesen hinterlassen. Orban forderte er auf, als scheidender Regierungschef keine Entscheidungen mehr zu treffen, die der Arbeit seines künftigen Kabinetts vorgreifen würden.
Magyars Partei bekommt Zweidrittelmehrheit
23.20: Die Tisza-Partei des ungarischen Oppositionsführers Peter Magyar hat nach Berechnungen der Wahlkommission eine Zweidrittelmehrheit im neuen Parlament erreicht. Nach Auszählung der Stimmzettel in 84,91 Prozent der Wahllokale kommt Tisza auf 138 von 199 Mandaten im Parlament.

Meloni gratuliert Magyar – und dankt Orban für Zusammenarbeit
23.01: Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat dem bisherigen ungarischen Oppositionsführer Peter Magyar zu seinem Wahlsieg gratuliert. Die italienische Regierung wünsche ihm viel Erfolg bei der Arbeit, schrieb die rechte Regierungschefin bei X. Sie bedankte sich in dem Post aber auch bei ihrem «Freund» Viktor Orban für die intensive Zusammenarbeit der vergangenen Jahre.
Starmer zu Ungarn-Wahl: «Historischer Moment»
22.56: Grossbritanniens Premierminister Keir Starmer sieht den Wahlsieg des bisherigen Oppositionsführers Peter Magyar in Ungarn als historisch für die Demokratie in Europa an. «Das ist ein historischer Moment, nicht nur für Ungarn, sondern für die europäische Demokratie», teilte Starmer in einem X-Beitrag mit. Er freue sich darauf, mit Magyar «für die Sicherheit und den Wohlstand unserer beiden Länder zu arbeiten».
Regierungschefs gratulieren Magyar
22.21: Diverse Regierungschefs haben Peter Magyar zu seinem Wahlerfolg gratuliert. Darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz und Aussenminister Johann Wadephul sowie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.
Letzterer schrieb: «Lasst uns gemeinsam ein souveräneres Europa vorantreiben.» Merz gratulierte und schrieb: «Ich freue mich auf die Zusammenarbeit für ein starkes, sicheres und vor allem geeintes Europa.»
Tisza-Partei holt weitere Sitze im Parlament
22.01: Kurz vor 22 Uhr, also rund drei Stunden nach der Schliessung der Wahllokale, waren 77,4 Prozent der Stimmzettel ausgezählt.
Die Tisza-Partei erhöht ihre Sitzzahl auf 138, die Partei von Viktor Orban verliert einen Sitz und hält aktuell 54 Sitze. Die Partei «Meine Heimat» verzeichnet weiterhin sieben Sitze.
Ursula von der Leyen: «Ungarn hat sich für Europa entschieden»
21.54: Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, hat sich nach dem vorläufigen Wahlergebnis auf X geäussert.
Hungary has chosen Europe.
— Ursula von der Leyen (@vonderleyen) April 12, 2026
Europe has always chosen Hungary.
A country reclaims its European path.
The Union grows stronger.
Magyarország Európát választotta.
Európa mindig Magyarországot választotta.
Egy ország visszatér az európai útjára.
Az Unió erősebbé válik.
«Ungarn hat sich für Europa entschieden. Europa hat sich schon immer für Ungarn entschieden. Ein Land kehrt auf seinen europäischen Weg zurück. Die Union wird stärker.»
Nach 16 Jahren zeichnet sich ein Regierungswechsel ab
21.42: Noch steht das Resultat nicht endgültig fest, 66,6 Prozent der Stimmen wurden ausgezählt. Viel verändern dürfte sich jedoch nicht mehr. Die Partei von Magyar erhöht auf 137 Sitze im Parlament.
Viktor Orban verzeichnet 55 Sitze, die Partei «Meine Heimat» weiterhin sieben.
Orban gesteht Niederlage ein
21.33: Der amtierende Ministerpräsident Viktor Orban hat seine Wahlniederlage offenbar eingestanden, wie «Reuters» berichtet. Das Ergebnis sei klar und schmerzhaft für seine Partei.

«Die Verantwortung und die Möglichkeit zu regieren wurden uns nicht übertragen. Ich habe dem Sieger gratuliert.»
Sitzverteilung bleibt unverändert
21.31: 60,2 Prozent der Stimmen wurden ausgezählt. Die Sitzverteilung bleibt unverändert.
Halbzeit: 53,4 Prozent ausgezählt
21.19: Die Auszählung in Ungarn läuft auf Hochtouren. Mittlerweile wurden 53,4 Prozent der Stimmen ausgezählt. Magyar und seine Partei verbuchen mit 136 Sitzen über zwei Drittel des Parlaments.
Orban und seine Partei kämen aktuell auf 56 Sitze, die Partei «Meine Heimat» auf sieben.
Hat Orban Magyar bereits zum Wahlsieg gratuliert?
21.15: Obwohl die finalen Wahlergebnisse noch ausstehen, hat Peter Magyar seinen Wählerinnen und Wählern auf Facebook bereits seinen Dank ausgesprochen.

Er veröffentlichte ausserdem einen Beitrag und schrieb: «Soeben hat uns Ministerpräsident Viktor Orban telefonisch zu unserem Sieg gratuliert.»
Magyar baut Führung weiter aus
21.07: Nun sind fast 46 Prozent der Stimmen ausgezählt. Die Tisza-Partei von Peter Magyar kann gemäss aktuellem Stand drei weitere Sitze ergattern und erhöht auf 135.
Viktor Orban muss derweil einen weiteren Rückschlag einstecken – seine Partei fällt auf 57 Sitze zurück. Auch die Partei «Meine Heimat» verliert einen Sitz. Das Parlament in Ungarn zählt insgesamt 199 Sitze.
37 Prozent ausgezählt – Sitzverteilung unverändert
20.57: Kurz vor 21 Uhr sind 37 Prozent der Stimmen ausgezählt. Die Sitzverteilung bleibt unverändert.
Magyar baut Vorsprung aus – Orban fällt zurück
20.47: Die aktuellen Ergebnisse dürften bei den Anhängern von Magyar für Freude sorgen. Seine Partei käme derzeit auf 132 Sitze. Die Partei von Viktor Orban fällt derweil leicht zurück. Sie käme auf 59 Sitze.
Die rechtsextreme Partei «Meine Heimat» zählt aktuell unverändert acht Sitze.
21,5 Prozent der Stimmen ausgezählt
20.35: Die Stimmen werden weiterhin ausgezählt. Oppositionsführer Magyar baut seinen Vorsprung derweil aus. Seine Partei zählt aktuell 128 Sitze, die Partei von Viktor Orban 62 Sitze.

Die rechtsextreme Partei «Meine Heimat» käme gemäss aktuellem Stand auf acht Sitze.
Magyar führt gemäss erster Hochrechnung
20.19: Kurz nach acht Uhr liegen die ersten Hochrechnungen vor, 6,5 Prozent der Stimmen sind ausgezählt. Die Tisza-Partei von Oppositionsführer Peter Magyar käme demnach auf 110 Sitze.
Die Partei Fidesz von Viktor Orban käme auf 71, die rechtsextreme Partei «Meine Heimat» auf neun Sitze.
Magyar nach Wahl in Ungarn «optimistisch»
20.18: Ungarns Oppositionsführer Peter Magyar hat sich kurz nach dem Ende der Parlamentswahl in Ungarn optimistisch in Hinsicht auf einen Wahlsieg seiner Tisza-Partei gezeigt.

«Wir kennen die Prognosen und wir wissen um die hohe Wahlbeteiligung», sagte er vor tausenden Anhängern in Budapest. «Auf dieser Basis sind wir optimistisch, aber auch vorsichtig.» Er bat seine Wähler um Geduld.
Orban: «Auf zum Sieg!»
20.12: Der amtierende Ministerpräsident Viktor Orban hat sich auf Facebook zum heutigen Wahlsonntag geäussert. «Der Frieden und die Sicherheit Ungarns hängen heute von einer einzigen Stimme ab», schrieb er.
Und weiter: «Diese Entscheidung lässt sich morgen nicht mehr rückgängig machen.» Kein einziger Patriot dürfe zu Hause bleiben. «Auf zum Sieg!», so Orban.
Orbans Herausforderer Peter Magyar gemäss Umfragen vorn
19.41: Jüngsten Umfragen zufolge hat Orbans Herausforderer Peter Magyar von der Partei Tisza gute Chancen auf einen Wahlsieg. Nach einer Berechnung des Wahlforschungsinstituts 21KK soll Magyars Tisza 55 Prozent und Orbans Fidesz 38 Prozent der Wähler hinter sich gebracht haben.

Es handelt sich allerdings weder um eine Wahltagsbefragung noch um eine Hochrechnung. Die Prognose stützt sich auf Befragungen der letzten drei Tage.
Als dritte Partei würde demnach die rechtsextreme Partei Unsere Heimat (Mi Hazank) mit fünf Prozent der Stimmen den Einzug ins Parlament schaffen. Mit aussagekräftigen Teilergebnissen der Wahlkommission wird am späteren Abend gerechnet.
Auszählung der Stimmen beginnt
19.02: Um 19 Uhr schliessen in Ungarn die Wahllokale. Nun beginnt die Auszählung der überdurchschnittlich hohen Stimmabgabe. Gegen 20 Uhr dürften die ersten Ergebnisse vorliegen.
Wahllokale schliessen in einer Stunde
18.05: In rund einer Stunde schliessen die Wahllokale. Bisher haben nach Angaben der zentralen Wahlbehörde bereits 74,23 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
Wahlbeteiligung vier Stunden vor Schluss bei 66,01 Prozent
15.47: Vier Stunden vor Schluss der Wahllokale haben nach Angaben der zentralen Wahlbehörde bereits 66,01 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Damit lag die Beteiligung deutlich höher als bei der letzten Parlamentswahl 2022 zum selben Zeitpunkt, als sie 52,75 Prozent betrug.
Beteiligung deutlich höher als 2022
13.00: Bei der Parlamentswahl in Ungarn zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Fünf Stunden nach Öffnung der Wahllokale haben nach Angaben der zentralen Wahlbehörde bereits 37,98 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
Damit lag die Beteiligung deutlich höher als bei der letzten Parlamentswahl 2022 zum selben Zeitpunkt, als sie 25,8 Prozent betrug. Das regierungskritische Portal «hvg.hu» nennt dies bereits einen «absoluten Rekord».
Orban deutet Respekt für Wahlergebnis an
Bei seiner Stimmabgabe zeigte sich der amtierende Ministerpräsident zuversichtlich. «Ich bin hier, um zu gewinnen», erklärte Orban laut Medienberichten. Gleichzeitig deutete er an, eine mögliche Wahlniederlage anerkennen zu wollen: «Die Entscheidung des Volkes muss respektiert werden.»
Sein Herausforderer Peter Magyar von der Tisza-Partei äusserte sich weniger kompromissbereit. In einer Pressekonferenz im Wahllokal warnte er vor Wahlbetrug. Bereits 60 Meldungen seien eingegangen, behauptete er.
Beweise blieb er bislang jedoch schuldig.
Magyar forderte die Bürger auf, zur Wahl zu gehen und Unregelmässigkeiten zu melden. Er rechne mit einem Wahlsieg seiner Partei, sagte er. Das Wahlergebnis würde er nur anerkennen, wenn keine schweren Betrügereien stattgefunden hätten.
Beide Parteien werfen sich Verstösse vor
Auch Orban Partei Fidesz hat bereits Hunderte Anzeigen eingereicht. Diese betreffen mögliche Verstösse gegen die Wahlrechtsordnung. Unter anderem geht es um verbotene Kundgebungen vor Wahllokalen.
Beide Parteien werfen sich gegenseitig vor, Stimmen gekauft zu haben. Besonders innerhalb der Roma-Minderheit soll es zu solchen Versuchen gekommen sein. Konkrete Beweise wurden jedoch nicht vorgelegt, berichtet die «Kronen-Zeitung».
Es gibt keine Wahltagsumfragen und keine Hochrechnungen während der Abstimmung. Mit aussagekräftigen Teilergebnissen wird am späten Sonntagabend gerechnet.
Die Wahl gilt als wichtigste Wählerentscheidung seit der demokratischen Wende 1989/90 und entscheidet über Ende oder Fortsetzung der Regierung des Rechtspopulisten Viktor Orban.
Jüngsten Umfragen zufolge hat Orbans Herausforderer Peter Magyar gute Chancen auf einen Wahlsieg.















