Ungarn-Wahl läuft: Orban-Gegner spricht schon von Wahlbetrug

In Ungarn entscheidet sich heute das Schicksal des osteuropäischen Staates. Schon bevor die Ergebnisse stehen, wird es hitzig.

Ungarn-Wahl
Viktor Orban (r.) und sein Herausforderer Peter Magyar haben ihre Stimme schon abgegeben. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Ungarn zeichnet sich eine Rekordbeteiligung bei den Wahlen ab.
  • Orban verspricht Respekt fürs Wahlergebnis, Magyar warnt vor Betrug
  • Sowohl die Fidesz- als auch die Tisza-Partei werfen sich Verstösse vor.

Die Wahl in Ungarn ist im Vorfeld mit grosser Spannung erwartet worden. Die Parlamentswahl am Sonntag könnte das Ende der 16-jährigen Herrschaft von Viktor Orban bedeuten.

Die Wahllokale öffneten um 6 Uhr morgens und schliessen um 19 Uhr. Vor vielen Wahllokalen bildeten sich lange Schlangen, besonders in Budapest war der Andrang enorm.

Mit dem Nau.ch-Liveticker bleibst du auf dem Laufenden:

Wahlbeteiligung vier Stunden vor Schluss bei 66,01 Prozent

15.47: Vier Stunden vor Schluss der Wahllokale haben nach Angaben der zentralen Wahlbehörde bereits 66,01 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Wahlbeteiligung Ungarn
Die Wahlbeteiligung in Ungarn ist an diesem Sonntag ungewöhnlich hoch. Auch Verletzte lassen sich offenbar nicht vom Urnengang abhalten. - keystone

Damit lag die Beteiligung deutlich höher als bei der letzten Parlamentswahl 2022 zum selben Zeitpunkt, als sie 52,75 Prozent betrug.

Beteiligung deutlich höher als 2022

13.00: Bei der Parlamentswahl in Ungarn zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Fünf Stunden nach Öffnung der Wahllokale haben nach Angaben der zentralen Wahlbehörde bereits 37,98 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

Damit lag die Beteiligung deutlich höher als bei der letzten Parlamentswahl 2022 zum selben Zeitpunkt, als sie 25,8 Prozent betrug. Das regierungskritische Portal «hvg.hu» nennt dies bereits einen «absoluten Rekord».

Orban deutet Respekt für Wahlergebnis an

Bei seiner Stimmabgabe zeigte sich der amtierende Ministerpräsident zuversichtlich. «Ich bin hier, um zu gewinnen», erklärte Orban laut Medienberichten. Gleichzeitig deutete er an, eine mögliche Wahlniederlage anerkennen zu wollen: «Die Entscheidung des Volkes muss respektiert werden.»

Sein Herausforderer Peter Magyar von der Tisza-Partei äusserte sich weniger kompromissbereit. In einer Pressekonferenz im Wahllokal warnte er vor Wahlbetrug. Bereits 60 Meldungen seien eingegangen, behauptete er.

Beweise blieb er bislang jedoch schuldig.

Magyar forderte die Bürger auf, zur Wahl zu gehen und Unregelmässigkeiten zu melden. Er rechne mit einem Wahlsieg seiner Partei, sagte er. Das Wahlergebnis würde er nur anerkennen, wenn keine schweren Betrügereien stattgefunden hätten.

Beide Parteien werfen sich Verstösse vor

Auch Orban Partei Fidesz hat bereits Hunderte Anzeigen eingereicht. Diese betreffen mögliche Verstösse gegen die Wahlrechtsordnung. Unter anderem geht es um verbotene Kundgebungen vor Wahllokalen.

Wird sich Orban an der Macht halten können?

Beide Parteien werfen sich gegenseitig vor, Stimmen gekauft zu haben. Besonders innerhalb der Roma-Minderheit soll es zu solchen Versuchen gekommen sein. Konkrete Beweise wurden jedoch nicht vorgelegt, berichtet die «Kronen-Zeitung».

Es gibt keine Wahltagsumfragen und keine Hochrechnungen während der Abstimmung. Mit aussagekräftigen Teilergebnissen wird am späten Sonntagabend gerechnet.

Die Wahl gilt als wichtigste Wählerentscheidung seit der demokratischen Wende 1989/90 und entscheidet über Ende oder Fortsetzung der Regierung des Rechtspopulisten Viktor Orban.

Jüngsten Umfragen zufolge hat Orbans Herausforderer Peter Magyar gute Chancen auf einen Wahlsieg.

Kommentare

User #9046 (nicht angemeldet)

Orban hat noch nie eine Regierung eines EU-Landes kritisiert, schon gar sich über seine Politiker herablassend geäussert. Mit keinem Wort hat er z.B. die momentane bürgerfeindliche Politik der Schwarz-Roten Politik im Gummihalsland kommentiert,

User #1814 (nicht angemeldet)

Die Menschen in Ungarn wählen die Regierung die sie wollen. Also verdienen sie es was sie kriegen.

Weiterlesen

a
81 Interaktionen
Ungarn-Wahl
Viktor Orban Peter Magyar
234 Interaktionen
Wahl in Ungarn
Donald Trump
50 Interaktionen
Washington/Budapest
Weiterbildung
10 Interaktionen
Neue Skills lernen

MEHR IN NEWS

MEHR AUS UNGARN

7 Interaktionen
Budapest
12 Interaktionen
Budapest
Viktor Orban
36 Interaktionen
Budapest
Viktor Orbán Ungarn
33 Interaktionen
Machtkampf