Der UN-Menschenrechtsrat verurteilt die Gewalt in Belarus gegen friedliche Demonstrationen. Er hat nun Untersuchungen dazu eingeleitet.
Vereinte Nationen UN-Menschenrechtsrat
Blick in den Sitzungssaal des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Letzten August kam es in Belarus nach der Präsidentenwahl zu zahlreichen Demonstrationen.
  • Dabei ging die Polizei gewaltvoll gegen die friedlichen Demonstranten vor.
  • Der UN-Menschenrat hat die Gewalt per Resolution verurteilt.

Der UN-Menschenrechtsrat in Genf hat die Gewalt in Belarus nach den Präsidentenwahlen im vergangenen August verurteilt. Er beauftragte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, Berichte über Menschenrechtsverletzungen zu prüfen und Beweismittel zu sammeln. Die Resolution wurde am Mittwoch mit 20 Ja-, sieben Nein-Stimmen und 20 Enthaltungen angenommen.

Rat verurteilt willkürliche Verhaftungen

Es lägen zahlreiche Berichte über Folter, Entführungen, willkürliche Ausweisungen und das Verschwinden von Menschen vor, heisst es in der Resolution. Der Rat verurteilte die willkürlichen Verhaftungen von Oppositionellen und Journalistinnen und Journalisten.

Die Regierung habe das Recht aller, zu wählen und gewählt zu werden, nicht aufrechterhalten. Die Resolution hatte die EU eingebracht. Der Botschafter von Belarus (Weissrussland) verurteilte sie.

Belarus
Belarussische Polizisten halten einen Demonstranten während einer Kundgebung gegen die Regierung und Präsident Lukaschenko in Minsk, Belarus, fest. - epa

Um Untersuchungen in einem Land durchzuführen, ist der Menschenrechtsrat auf die Kooperation der betroffenen Länder angewiesen. Diese wird oft verweigert. Die UN-Experten müssen sich dann auf Beweismaterial stützen, das über soziale Medien oder Menschen im Exil zutage kommt.

Wegen der Gewaltexzesse von Sicherheitskräften gegen friedliche Demonstranten haben die EU und die USA im August Sanktionen verhängt. Das offizielle Wahlergebnis, das Machthaber Alexander Lukaschenko als Sieger ausweist, gilt weithin als gefälscht. Lukaschenko ist seit 26 Jahren an der Macht.

Die Opposition sieht Swetlana Tichanowskaja als wahre Gewinnerin. Der Machtapparat geht immer wieder brutal gegen Demonstranten vor - dabei gab es mehrere Tote, Hunderte Verletzte und Zehntausende Festnahmen.

Mehr zum Thema:

Menschenrechte Michelle Bachelet Botschafter Regierung EU Opposition Gewalt