In Brüssel haben Umweltschützer gegen die Einstufung von Atom- und Gasenergie als grün protestiert.
Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer
Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EU plant, Gas und Atomkraft als umweltfreundlich einzustufen.
  • In Brüssel protestierten Umweltaktivisten gegen dieses Vorhaben.
  • Laut der deutschen Luisa Neubauer handle es sich dabei um Greenwashing.

Umweltschützer haben in Brüssel gegen die umstrittenen Pläne der EU-Kommission protestiert, Gas und Atomkraft als umweltfreundlich einzustufen.

«Das ist Greenwashing vom Feinsten». Das sagte die Aktivistin Luisa Neubauer von Fridays for Future am Donnerstag bei einer Kundgebung vor der EU-Kommission. Gas produziere zwar weniger Kohlendioxid (CO2) als Kohle, dafür aber klimaschädliches Methan.

Endlagerung von Atomabfall ungeklärt

Bei der «Hochrisikotechnologie» Atomkraft sei die Endlagerung ungeklärt. Daher würde ein umweltfreundliches Label die Technologien «grünwaschen». Mit der Taxonomie will die Kommission festlegen, welche Geldanlagen als klimafreundlich gelten sollen, um die Klimawende voranzubringen.

Die Kommission hat in einem Entwurf vorgeschlagen, dass Investitionen in neue Atomkraftwerke als grün klassifiziert werden können. Zumindest, wenn sie neuesten Standards entsprechen und ein konkreter Plan für die Lagerung radioaktiver Abfälle bis 2050 vorgelegt wird. Investitionen in neue Gaskraftwerke sollen unter bestimmten Auflagen ebenfalls übergangsweise als grün eingestuft werden können.

«Für den Finanzmarkt wird es praktisch unmöglich werden, klar zu wissen, was ist jetzt Greenwashing, was ist nicht Greenwashing». So Neubauer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Ausserdem fehle das in Gas und Atomkraft investierte Geld dann beim Ausbau erneuerbarer Energien. Die italienische Aktivistin Martina Comparelli warnte bei der Kundgebung: Die Investitionen in Gas und Atom würden das Ziel aufhalten, die Klimaerwärmung bei 1,5 Grad Celsius zu stoppen.

Vorwurf an Olaf Scholz

Neubauer warf Bundeskanzler Olaf Scholz vor, zusammen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron den Kommissionsvorschlag ermöglicht zu haben. «Die beiden haben natürlich eine ungeheure Macht in der EU. Und haben es bisher geschafft, erfolgreich diese Taxonomie im Sinne von Gas und Atomkraft zu verteidigen», sagte sie der dpa. «Wir werden da nicht mitmachen.»

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