Ukrainer im Prozess wegen Spionage für Russland verurteilt
Im Prozess in Stuttgart ist ein Ukrainer verurteilt worden, der für Russland Brandanschläge auf Paketzustellwege vorbereitet haben soll.

Das Oberlandesgericht Stuttgart hat im Prozess gegen drei ukrainische Männer ein Urteil gesprochen. Einer der Angeklagten erhielt wegen Agententätigkeit eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten, wie das «Handelsblatt» berichtet.
Die beiden anderen Angeklagten wurden freigesprochen. Zu Beginn der Urteilsbegründung äusserte sich das Gericht noch nicht zum Auftraggeber der mutmasslichen Spionage.
Die Festnahmen erfolgten in Konstanz, Köln und im Schweizer Kanton Thurgau. Laut der «Stuttgarter Zeitung» sollen die Männer Teil eines Sabotageplans gegen Transportwege eines Paketdienstleisters gewesen sein.
GPS-Tracker als erster Schritt
Im März 2025 sollen die Angeklagten zwei Pakete mit aktivierten GPS-Trackern über einen ukrainischen Postdienst in Richtung Ukraine verschickt haben. Der Generalbundesanwalt geht davon aus, dass ein russischer Nachrichtendienst den Auftrag erteilt hatte, berichtet das «Handelsblatt».
Als Mittelsmänner sollen Personen aus der ukrainischen Stadt Mariupol fungiert haben. Damit sollten Versandrouten und Transportabläufe des betroffenen Paketdienstleisters ausgespäht werden.
Im nächsten Schritt hätten die Männer laut Anklage Pakete mit Brandsätzen aufgeben sollen. Diese sollten sich während des Transports entzünden und möglichst grossen Schaden anrichten.
Schon früh aufgeflogen
Die Bundesanwaltschaft warf den Männern vor, die Bevölkerung in ihrem Sicherheitsgefühl erschüttern zu wollen, berichtet das «Handelsblatt».
Laut Anklage flogen die Männer jedoch bereits bei den Vorbereitungen auf und konnten die Pakete mit Brandsätzen nie absenden.
Der Staatsanwalt hatte im Plädoyer Haftstrafen zwischen zwei Jahren und neun Monaten und vier Jahren und drei Monaten gefordert. Die Verteidiger plädierten auf Freispruch für alle drei Männer.
Prozess: Erinnerungen an DHL-Vorfall 2024
Der Prozess weckt Erinnerungen an einen Vorfall im Juli 2024, berichtet die «Stuttgarter Zeitung». Damals entzündete sich im DHL-Logistikzentrum Leipzig ein Paket mit einem Brandsatz.

Es sei einem Zufall zu verdanken, dass das Paket nicht während des Fluges in Brand geraten sei. Dies erklärte der damalige Verfassungsschutz-Präsident Thomas Haldenwang.
Erst Anfang August 2026 wurde am Leipziger Flughafen erneut eine mit Sprengstoff bestückte Drohne nahe ukrainischer Transportflugzeuge entdeckt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach laut «SRF» von einem «hybriden Angriff».












