Ukraine Krieg: Zivilisten-Witwe will Soldaten im Gefängnis sehen

    Raphael Wyder
    Raphael Wyder

    Ukraine,

    Am Mittwoch hat im Ukraine-Krieg der erste Kriegsverbrecherprozess begonnen. Im Kiewer Gerichtssaal war auch die Witwe des 62-jährigen Opfers anwesend.

    Ukraine Krieg
    Dem russischen Soldaten Wadim Schischimarin wird vorgeworfen, einen Zivilisten getötet zu haben. Heute Montag wird das Urteil bekanntgegeben. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am Mittwoch stand Wadim Schischimarin wegen Kriegsverbrechen vor einem Gericht in Kiew.
    • Der 21-jährige Russe soll einen unbewaffneten Zivilisten aus einem Auto erschossen haben.
    • Ebenfalls zum Strafprozess angereist ist die Witwe des 62-jährigen Opfers.

    Gestern, Mittwoch 19. Mai 2022, hat im Ukraine-Krieg der erste Kriegsverbrecherprozess gegen einen russischen Panzerkommandanten begonnen.

    Der 21-jährige Wadim Schischimarin musste sich vor einem Bezirksgericht in der Hauptstadt Kiew verantworten. Ihm wird vorgeworfen, Ende Februar im nordukrainischen Dorf Tschupachiwka aus einem gestohlenen Auto heraus den unbewaffneten Oleksandr Shelypov erschossen zu haben.

    Schischimarin bekannte sich des Mordes schuldig. Er habe dem 62-jährigen Opfer viermal in den Kopf geschossen. Nun droht ihm eine lebenslange Haftstrafe wegen Kriegsverbrechen und Mordes im Ukraine-Krieg.

    Witwe nennt Tod ihres Mannes im Ukraine-Krieg «sinnlos»

    Ebenfalls anwesend im Gerichtssaal war die Witwe des getöteten Zivilisten, Kateryna Shelypova. Wie die «Daily Mail» berichtet, reiste sie fünf Stunden mit dem Auto nach Kiew, um den Richtern Rede und Antwort zu stehen.

    «Ich bin gekommen, um ihn persönlich zu sehen. Er sah aus wie ein Kind, aber trotzdem wird er seine Strafe bekommen.» Sie nannte den Tod ihres Mannes «sinnlos» und fügte hinzu: «Er war nur ein Passant, der niemanden bedroht hat».

    Über Schischimarin sagte sie: «Ich weiss, dass er ein Soldat ist und Befehle befolgt, aber warum hat er nicht auf den Boden oder in die Luft geschossen?» Er solle im «Gefängnis verrotten» und den Rest seiner Tage damit verbringen, darüber nachzudenken, was er getan hat.

    Glauben Sie an ein baldiges Ende im Ukraine-Krieg?

    Ihr Mann hatte im russischen Militär als KGB-Leibwächter des ehemaligen sowjetischen Führers Leonid Breshnew gedient. Nun ist er bei der von Präsident Wladimir Putin, selbst ein ehemaliger KGB-Geheimdienstler, angeordneten Invasion ermordet worden.

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