Ein russischer Soldat muss sich vor einem ukrainischen Gericht verantworten. Er soll im Ukraine-Krieg einen unbewaffneten Zivilisten erschossen haben.
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Russische Soldaten richteten in der Region Sumy im Ukraine-Krieg grossen Schaden an und töteten auch Zivilisten. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein russischer Kommandant wird in Kiew offiziell angeklagt.
  • Er soll in der Region Sumy einen unbewaffneten Zivilisten erschossen haben.
  • Er sei in Gewahrsam, es gebe genügend Beweise, so die Staatsanwaltschaft.

Nach zweieinhalb Monaten Ukraine-Krieg will das angegriffene Land einen ersten Angehörigen der russischen Armee vor Gericht stellen. Die Generalstaatsanwaltschaft hat Anklage gegen Vadim Shishimarin erhoben, berichten «CNN» und die «Washington Post». Der 21-jährige Kommandant einer Einheit einer Panzerdivision soll einen Zivilisten in der Region Sumy erschossen haben.

Gemäss der Staatsanwaltschaft fuhren Shishimarin und weitere Soldaten Ende Februar in einem gestohlenen Auto durch das Dorf Tschupachiwka. Dabei sahen sie einen Mann, der auf seinem Velo auf dem Heimweg war und telefonierte. Aus Angst, der Zivilist könnte die Russen der ukrainische Armee melden, wurde befohlen, ihn zu erschiessen.

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Grosse Teile der Region Sumy sind im Ukraine-Krieg wieder in ukrainischer Hand. - Keystone

Shishimarin schoss daraufhin mehrmals auf den Kopf des 62-Jährigen und tötete ihn dadurch. «Er starb ein paar dutzend Meter von seinem Haus entfernt», so die Staatsanwaltschaft.

Der Russe befinde sich in der Ukraine in Gewahrsam, schreibt Generalstaatsanwältin Iryna Venediktova auf Facebook. Es gebe genügend Beweise für seine Beteiligung an einem Verstoss gegen die Gesetze des Krieges in Verbindung mit vorsätzlichem Mord. Ihm drohten zehn bis 15 Jahre Haft. Nach anderen Angaben könnte er wegen des Kriegsverbrechens gar den Rest seines Lebens hinter Gitter verbringen müssen.

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Vadim Shishimarin muss sich vor Gericht verantworten. - Facebook

Details über die Beweise oder die Festnahme des jungen Russen nennt die Staatsanwaltschaft keine. Shishimarin verriet sie aber selbst: Mitte März wurde er von Wolodymyr Solkin, einem Blogger, der mit russischen Gefangenen spricht, interviewt. Als seine Einheit ihre Verwundeten nach Russland zurückbringen wollte, sei sie umzingelt und festgenommen worden.

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