Laut westlichen Beamten habe Putin seine «Pläne zur Eroberung grosser Teile begraben». Der Kreml-Chef ändere jetzt im Ukraine-Krieg seine Taktik auf Rückzug.
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Hochrangige westliche Beamte behaupten, dass Putin sich im Ukraine Krieg in die östliche Donbass-Region zurückziehen werde. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Gemäss Beamten sei Putins Eroberungsplan der Ukraine eine «katastrophale Fehlkalkulation».
  • Der Kreml-Chef ziehe sich jetzt in die östliche Donbass-Region zurück.
  • Es wird aber vor vielen zivilen Opfern im anstehenden «Zermürbungskrieg» gewarnt.

«Die russischen Operationen haben sich geändert.» Das sagt Jim Hockenhull, Chef des britischen Militärnachrichtendienstes, am Mittwoch vor Reportern. Russland betreibe jetzt einen «Zermürbungskrieg».

Laut weiteren westlichen Beamten ändert Putin nun seine Strategie: «Er wird seine Pläne zur Eroberung grosser Teile des Landes aufgeben.» Und werde seine militärischen Bemühungen auf den Osten der ukrainischen Donbass-Region konzentrieren. Das berichtet die britische «Daily Mail».

Laut eines hochrangigen Pentagon-Vertreters habe sich die russische Armee bei Kiew fast 55 Kilometer zurückgezogen. Sie baue Verteidigungen auf. Offenbar «versuchen sie gerade nicht, voranzukommen».

Russland machte «katastrophale Fehlkalkulation»

Als der Ukraine-Krieg begann, rechnete Russland mit einer schnellen Eroberung. Jetzt sprechen Beamte von einer «katastrophalen Fehlkalkulation». Putin habe nicht mit dem starken Widerstand der Ukrainer gerechnet.

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Gepanzerte Fahrzeuge der russischen Armee unterwegs in der Region Rostow, rund 50 Kilometer von der Ostgrenze der Ukraine entfernt, am 22. Februar 2022.
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Ein russischer Soldat im Ukraine-Krieg. (Aufnahme vom 4. März 2022)

«Ich denke, was klar ist, ist: Der ursprüngliche Plan, drei separate Manövrierachsen gleichzeitig zu betreiben und ihre Ziele schnell zu erreichen, wurde vereitelt.» So ein Beamter gegenüber der «Times».

Gleichzeitig zensiert Putin laut Hockenhull die russischen Medien schärfer. Er will das Narrativ weiter kontrollieren. So lenkt er von der humanitären Krise, den logistischen Schwierigkeiten und den hohen menschlichen Verlusten Russlands ab.

Taktik im Ukraine-Krieg weiterhin gefährlich für Zivilisten

Die Luftangriffe auf die Metropolen werden dennoch fortgesetzt. Darum warnt Jim Hockenhull vor den Folgen des Kurswechsels im Ukraine-Krieg. Dieser werde den «rücksichtslosen und wahllosen Einsatz von Feuerkraft» beinhalten. Es führe zu mehr zivilen Opfern und zerstörter Infrastruktur.

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Im Ukraine-Krieg wurden viele zivile Ziele getroffen – auch Wohnhäuser. - Keystone

Als einzige Grossstadt wurde bisher Cherson von den russischen Streitkräften eingenommen. Sogar der dortige Flugplatz ist jedoch laut Satellitenbildern leer – vor einigen Tagen waren noch mindestens vier Hubschrauber stationiert gewesen.

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