Ukraine-Krieg: Ukraine erzwingt russischen Strategiewechsel
Mit den ATACMS-Raketen konnte Kiew 14 russische Helikopter im Ukraine-Krieg zerstören. Die Invasoren müssen ihre Strategie ändern.

Das Wichtigste in Kürze
- Kiew ist mit den ATACMS-Raketen ein Schlag gegen Russlands Luftwaffe gelungen.
- 14 Helikopter wurden auf zwei Basen in der Ukraine zerstört.
- Russland muss wegen der Angriffe Helikopter verlegen und kann sie weniger verwenden.
Monatelang bettelte Kiew bei den USA um bessere Raketen mit weiterer Reichweite. Nun lieferte Washington einige Geschosse des Typs ATACMS – und die Ukraine setzt diese sogleich effektiv ein. Dies geht aus Berichten des britischen Verteidigungsministeriums hervor.
Anfang Woche wurden russische Luftwaffenbasen in Berdjansk und Luhansk angegriffen. Dabei wurden neun, respektive fünf Helikopter zerstört oder schwer beschädigt. Es ist der härteste Schlag gegen Russlands Luftwaffe im Ukraine-Krieg. Und dürfte Folgen für den Kriegsverlauf haben.

Die Ukraine setzte M39-Raketen mit Streusprengkopf ein. Dieses ältere Modell der ATACMS-Raketen hat eine Reichweite von 165 Kilometern. Über dem Ziel werden 950 kleinere Bombenkugeln verstreut, wodurch grossflächig Schaden angerichtet wird. Besonders effektiv ist dies gegen Ziele, die nahe beieinander sind, wie eben Kampfhelikopter auf einer Basis.
Mindestens fünf der zerstörten Helikopter waren vom Typ Ka-52. Diese setzt Russland im Kampf gegen die ukrainische Gegenoffensive ein und bremst sie damit aus.

Laut der britischen Royal Air Force hat Russland im Ukraine-Krieg bereits 324 Helikopter verloren. Der ukrainische Armee-Sprecher Oleksandr Shtupun betont gegenüber dem Radiosender «Svoboda», dass man viele mit Raketen zerstöre. Deshalb müsse der Feind seine Strategie ändern: «Die Russen kommen derzeit nicht in den Wirkungsbereich unserer Luftabwehr.»
Die Helikopter würden aus grösserer Distanz angreifen und so weniger effektiv sein. «Die Russen haben einfach Angst», ist Shtupun überzeugt.
Das britische Verteidigungsministerium sieht ebenfalls einen Strategiewechsel: Die Fähigkeit, die Achse zu verteidigen und Offensivaktionen durchzuführen, sei beeinträchtigt. Deshalb seien die Angreifer gezwungen, ihre Basen weiter hinter die Front zu verlegen.
















