In einer entscheidenden Phase der Kämpfe im Donbass hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Region im Osten des Landes besucht.
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Selenskyj bei einem Truppenbesuch in Saporischschja während des Ukraine-Kriegs. - UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP
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Das Wichtigste in Kürze

  • Wolodymyr Selensky hat Stellungen seiner Truppen im Donbass besucht.
  • Der Ukraine-Präsident machte Frontsoldaten in entscheidender Phase der Kämpfe Mut.
  • Auch die hart umkämpfte Stadt Saporischschja besuchte er und sprach dort mit Flüchtlingen.

Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj besichtigte am Sonntag nach Angaben des Präsidialamtes Kommandoposten und Stellungen an der Front in der Stadt Lysytschansk, die durch den Fluss Siverskyj Donez von der derzeit hart umkämpften Stadt Sjewerodonezk getrennt ist.

Sjewjerodonezk ist die letzte grössere Stadt der Region Luhansk, die Russland noch nicht erobert hat. Erklärtes Ziel der russischen Streitkräfte ist es, die gesamte Donbass-Region, zu der auch die Region Donezk gehört, einzunehmen.

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Weiter hiess es vom Präsidialamt, Selenskyj habe ausserdem Bachmut im Südwesten von Donezk besucht und dort mit Soldaten gesprochen. «Ich möchte Ihnen für Ihre grossartige Arbeit, für ihren Dienst danken, dafür, dass sie uns alle, unseren Staat beschützen», sagte Selenskyj laut Präsidialamt vor den Soldaten. «Ich bin jedem dankbar», fügte er hinzu. «Passen Sie auf sich auf.»

Das Präsidialamt in Kiew erklärte, bei seinem Arbeitsbesuch im Donbass habe Selenskyj «sich mit der Einsatzsituation an der Verteidigungsfrontlinie vertraut» gemacht. «Ich bin stolz auf jeden, den ich getroffen habe, dem ich die Hand geschüttelt habe, mit ich mich ausgetauscht habe, den ich unterstützt habe», sagte Selenskyj nach dem Besuch in seiner abendlichen Ansprache.

Mit Flüchtlingen in Saporischschja gesprochen

Der Präsident hatte nach eigenen Angaben auch die Stadt Saporischschja im Südosten der Ukraine besucht und dort mit Flüchtlingen aus der stark zerstörten Stadt Mariupol gesprochen. Meist seien es Frauen und Kinder ohne ihre Männer und Väter.

«Der Ehemann von einer ist in den Krieg gezogen, einer ist in Gefangenschaft geraten, einer starb unglücklicherweise», sagte Selenskyj. «Aber wir müssen für die Kinder weiter leben. Wahre Helden - sie sind unter uns.»

Selenskyj informierte sich am Sonntag in Saporischschja auch über die militärische Lage. Knapp 60 Prozent der südostukrainischen Region seien seit dem russischen Einmarsch am 24. Februar inzwischen von Moskaus Truppen besetzt worden, sagte der Militärgouverneur des Gebiets, Olexander Staruch, bei dem Gespräch mit dem Präsidenten in der Grossstadt Saporischschja. «Viele Menschen treffen aus Orten ein, die zeitweise vom Feind besetzt sind», schilderte Selenskyj. Die Flüchtlinge bräuchten Wohnungen und Arbeit.

Selenskyj war zuletzt Ende Mai an der Frontlinie. Der russische Staatschef Wladimir Putin hat hingegen bislang seine Truppen im Ukraine-Krieg nicht besucht.

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