Die Kreml-Propaganda im Ukraine-Krieg lebt unter anderem von Drohungen, Atomwaffen gegen den Westen einzusetzen. Ein ehemaliger russischer Spion winkt ab.
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Russland Präsident Wladimir Putin. - dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Russland soll keine funktionierenden Nuklearwaffen mehr besitzen, sagt ein Ex-KGB-Mann.
  • Grund dafür seien Probleme bei der Wartung.
  • Auf ukrainischer Seite zeigt man sich aber weiterhin vorsichtig.

Immer wieder sind Atomwaffen im russischen Staatsfernsehen ein Thema. Unter anderem der bekannte Moderator Wladimir Solowjow drohte in seiner Talkshow dem Westen bereits öffentlich.

Eine mobile Startrampe für die atomwaffenfähige Interkontinentalrakete Topol-M während einer Militärparade in Russland (Archivbild).
Eine mobile Startrampe für die atomwaffenfähige Interkontinentalrakete Topol-M während einer Militärparade in Russland (Archivbild).
Atomwaffe
Eine russische Atomrakete wird bei der Militärparade zum Tag des Sieges während des Ukraine-Kriegs auf dem Roten Platz in Moskau präsentiert. (Archivbild)
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Kommt es im Ukraine-Krieg zum Einsatz von Atomwaffen?
Wladimir Solowjow Ukraine Krieg
Wladimir Solowjow spricht in seiner TV-Sendung über den Ukraine-Krieg.

Nun nimmt ein ehemaliger russischer Agent den Drohungen aber etwas den Wind aus den Segeln. Denn der frühere KGBler Juri Schwez behauptet gegenüber einem ukrainischen TV-Sender: «Ich vermute stark und unter Bezugnahme auf die Meinung von Fachleuten, dass die Russische Föderation möglicherweise keine Atomwaffen mehr hat.»

Glauben Sie, dass Russland im Ukraine-Krieg Atomwaffen einsetzen wird?

Denn nukleare Sprengköpfe müssten regelmässig gewartet werden, so Schwez. Und das tue die Regierung um Wladimir Putin trotz Ukraine-Krieg nicht. Der Kreml müsste alle zehn Jahre das Plutonium austauschen lassen. Dieses produziere Russland allerdings seit dem Ende der Sowjetunion nicht mehr, erklärt der Ex-Spion.

Einsatzfähigkeit der russischen Atomwaffen im Ukraine-Krieg bleibt ein Rätsel

Diese Begründung erscheint anderen Experten plausibel. So sagt auch der ukrainische Militärfachmann Oleg Schdanow auf YouTube: «Das russische Atomwaffen-Arsenal könnte durch die falsche Wartung von Atomsprengköpfen und Trägerraketen unbrauchbar geworden sein.»

Er betont aber, dass es Unterschiede zwischen Plutonium und Uran gebe. Uran sei deutlich länger haltbar und müsse daher weniger häufig ausgewechselt werden. Das heisst, hier müsste Russland weniger in die Wartung investieren.

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj während des Ukraine-Kriegs. - Keystone

Daher bleibt Schdanow vorsichtig: «Zu sagen, wie einsatzfähig diese Waffen sind – und ob sie nicht gefährlich für Russland selbst sind – ist unmöglich.»

Der Kreml betone stets, dass es keine Probleme gebe. Schdanow fasst es so zusammen: «Angeblich funktioniert alles. Das ist das Hauptproblem: ‹angeblich›.»

Seit der Eskalation im Ukraine-Krieg machten schon zahlreiche Spekulationen über einen bevorstehenden Atomkrieg die Runde. Nicht nur westliche Länder, sondern auch China oder Indien haben vor einem Einsatz solcher Waffen gewarnt.

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