Fast alle grossen Wärme- und Wasserkraftwerke der Ukraine sind beschädigt. Der Netzbetreiber spricht von einem «kolossalen» Schaden im Ukraine-Krieg.
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Im Ukraine-Krieg herrscht überall im Land Strommangel. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ukraine hat wegen Angriffen ein drastisches Energieproblem.
  • Es gibt fast keine unbeschädigten Wärme- und Wasserkraftwerke mehr.
  • Weiter seien fast alle Umspannwerke beschädigt.

Der Ukraine-Krieg stürzt das Nachbarland von Angreifer Russland bei Eiseskälte in drastische Energienot.

«In der Ukraine gibt es praktisch keine unbeschädigten Wärme- und Wasserkraftwerke mehr.» Das sagt der Leiter des ukrainischen Netzbetreibers Ukrenerho sagte laut der russischen Zeitung «Pravda» am Dienstag. Weiter seien fast alle Umspannwerke beschädigt.

Kreml feuert im Ukraine-Krieg 100 Raketen auf Energieinfrastruktur ab

Das ukrainische Stromnetz wurde letzte Woche durch «den grössten Angriff überhaupt» massiv beschädigt. Ukrenerho-Chef Wolodymyr Kudryzkyj zufolge wurden dabei rund 100 Raketen auf die Energieinfrastruktur abgefeuert. «15 Ukrenergo-Einrichtungen wurden an diesem Tag beschädigt.»

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Raketenstart im russischen Belgorod: Seit Wochen zielt die russische Armee mit ihren Raketen auf die ukrainische Energieinfrastruktur.
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Laut dem Leiter des ukrainischen Netzbetreibers Ukrenerho, Wolodymyr Kudryzkyj, wurden dabei rund 100 Raketen auf die Energieinfrastruktur abgefeuert.
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Blick in ein beschädigtes Kraftwerkt bei Charkiw: Laut Kudryzkyj wurden bei dem Angriff letzte Woche 15 Ukrenergo-Einrichtungen beschädigt.
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Russische Truppen im Mai auf einem Wasserkraftwerk in der Region Cherson: Laut Kudryzkyj sind fast alle grossen Wärme- und Wasserkraftwerke in der Ukraine beschädigt.
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Seit Samstag sei das System wieder stabilisiert. Der Strom ist aber weiterhin knapp.

«Das Ausmass der Zerstörungen ist kolossal», so Kudryzkyj. Durch Reparaturen sei es aber gelungen, das System seit Samstag wieder zu stabilisieren. Die Stromknappheit bleibt jedoch bestehen. Um das System stabil zu halten, komme es zu planmässigen Notabschaltungen.

Am Mittwoch ist erneut ein «Objekt kritischer Infrastruktur» im Ukraine-Krieg beschädigt worden. Das schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko im Nachrichtendienst Telegram. Worum es sich genau handelte, erklärte er nicht.

Kurzzeitig fiel das Antennenfernsehen aus und es gab stärkere Schwankungen im ohnehin angeschlagenen Stromnetz. Im ganzen Land wurde Luftalarm ausgelöst.

Denken Sie, dass der Ukraine-Krieg bald vorbei ist?

Präsident Wolodymyr Selenskyj rief die Bürger zum Energiesparen auf. Die EU-Kommission überwies Kiew 2,5 Milliarden Euro für dringende Reparaturen und kündigte für 2023 weitere 18 Milliarden Euro an.

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