Krieg in der Ukraine – Ferien zwischen Strand und Schutzraum
Im Sommer trotzen Familien in Odessa dem Krieg in der Ukraine – zwischen Luftalarm, Ferienlager und steigenden Preisen kämpfen Kinder um Normalität.

Odessa ist die einzige nicht besetzte Region der Ukraine, in der das Baden im Meer offiziell erlaubt ist.
Das berichtet die «taz» in ihrer Reportage über das Leben im Krieg in der Ukraine.
Weil sich viele Familien keinen Auslandsurlaub leisten können, reisen sie im Sommer aus der ganzen Ukraine hierher. Die Stadtstrände sind voll mit Urlaubern und ihren Kindern.
Täglich bis zu zehnmal Alarm
An einem einzigen Tag kann es laut der «taz» bis zu zehnmal Luftalarm geben. Manchmal sogar mehr.
Der Krieg in der Ukraine macht selbst den Sommerurlaub zu einem Risiko. Vom Strand aus seien Rauchwolken beschossener Schiffe und das Summen von Abfangdrohnen zu hören.
Erst im Juni starb am Strand von Odessa eine junge Frau durch einen Bombensplitter, meldet die «taz». Die Minengefahr im Schwarzen Meer ist dabei eine zusätzliche Gefahr.
Keller statt Wasser
Dreifachmutter Anna erklärt gegenüber der «taz»: «Natürlich fahren wir mit den Kindern auch Fahrrad, spielen Beachvolleyball, klar. Aber wir wissen auch, dass es gerade am Meer gefährlich ist.» Ferienlager und Sportcamps böten Schutzräume für den Alarmfall.
Mutter Soja erzählt, sie meide Stadtstrände und fahre lieber zu Schwimmbädern im Landesinnern. Kinderferienangebote hätten sich während dem Krieg in der Ukraine im Schnitt um 30 Prozent verteuert, die Gehälter seien gleich geblieben.
Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Angriffe laut «UNICEF Deutschland» verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 34 Prozent an. Im Juni kamen demnach sieben Kinder ums Leben und 116 wurden verletzt – die höchsten Opferzahlen seit 2022.
Ferien vom Krieg in der Ukraine
Für Kinder von Militärangehörigen und aus einkommensschwachen Familien gibt es kostenlose Ferienangebote. Soldatenfrau Olena berichtet der «taz», ihr 15-jähriger Sohn Borys reise diesen Sommer nach Deutschland.

In Schleswig-Holstein empfangen Jugendherbergen diesen Sommer rund 260 Kinder aus der Ukraine. Die Kosten übernimmt die Deutsche Fernsehlotterie, berichtet der «NDR».
«Wir möchten den Kindern aus der Ukraine ermöglichen, einfach wieder Kind zu sein», sagt Katharina Pauly vom Jugendherbergswerk.
















