UK erleichtert Visa – polnische Lastwagen-Chauffeure lehnen ab

    Anna Baumert
    Anna Baumert

    Polen,

    Die britische Regierung erleichtert angesichts der Treibstoff-Krise die Einreise für ausländische Lastwagen-Chauffeure. Deren Begeisterung hält sich in Grenzen.

    Lastwagen Coronavirus
    Den Briten fehlen bis zu 100'000 Lastwagenfahrer. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die britische Regierung reagiert auf die Treibstoffkrise.
    • Bis zu 5000 ausländische Lastwagen-Chauffeure sollen jetzt Visa erhalten.
    • Einige wollen jedoch gar nicht zurück nach Grossbritannien.

    In Grossbritannien fehlt es an Lastwagen-Chauffeuren. Die Auswirkungen sind verheerend: Es gibt einen Engpass bei der Auslieferung von Treibstoff. Viele Tankstellen haben kein Diesel oder Benzin mehr. Es bilden sich kilometerlange Kolonnen von Autos, deren Fahrer verzweifelt tanken wollen.

    Dem will die britische Regierung nun entgegenwirken, indem die Einwanderungsregeln für ausländische Arbeitskräfte gelockert werden. Viele hatten das Vereinigte Königreich wegen des Brexits verlassen. Nun sollen für den Zeitraum von Oktober bis Heiligabend an bis zu 5000 Lastwagen-Chauffeure Visa vergeben werden.

    Lohn genügt nicht als Anreiz

    Von diesem Angebot zeigen sich einige polnische Lastwagen-Chauffeure nicht beeindruckt. Einer davon ist Jakub Pajka, der seit dem Brexit zurück in Polen ist.

    Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagt er: «Kein Fahrer will nur für drei Monate umziehen, nur damit die Briten ihren Urlaub leichter organisieren können.» Der 35-Jährige will in Polen bleiben – ein Umzug lohne sich nicht.

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    Grossbritannien erleichtert die Einreise für Lastwagen-Chauffeure. (Symbolbild) - dpa/AFP/Archiv

    Er fügt hinzu: «Geld, das man im Vereinigten Königreich verdient, entschädigt einen Fahrer nicht für all die gefährlichen Dinge, die ihm dort passieren.» Immer wieder würden Migranten probieren, mit einem Lastwagen nach Grossbritannien zu gelangen. Dies führe zu Auseinandersetzungen.

    Auch die Familie zurückzulassen sei ein zu grosses Opfer für den Lohn, der einen in Grossbritannien erwarte.

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