Österreich setzt im Kampf gegen das Coronavirus auf den Lockdown, Tschechien will diesem Beispiel nicht folgen. Dort wird nun vielerorts 2G eingeführt.
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Mann mit Maske auf dem Altstädter Ring in Prag. - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Tschechien verzeichnet derzeit hohe Corona-Zahlen.
  • Dennoch will das Land auf einen landesweiten Lockdown vorerst verzichten.
  • Ab Montag wird allerdings vielerorts die 2G-Pflicht gelten.

Trotz hoher Corona-Zahlen will Tschechien im Gegensatz zum Nachbarland Österreich auf einen landesweiten Lockdown vorerst verzichten. «Tschechien wird nicht dem Beispiel Österreichs folgen – auf keinen Fall», sagte der geschäftsführende Ministerpräsident Andrej Babis am Freitag in Prag.

Gegen flächendeckende Schliessungen hatte sich zuvor auch sein designierter Nachfolger, der liberalkonservative Wahlsieger Petr Fiala, ausgesprochen. Von Montag an wird Tschechien in vielen Bereichen wie in Gaststätten und Hotels die 2G-Regel gelten. Zugang haben also nur noch Geimpfte und Genesene.

Massentests werden ausgeweitet

Das Kabinett beschloss zudem am Freitag eine Ausweitung der landesweiten Massentests. Alle Schülerinnen und Schüler mit Ausnahme der Geimpften müssen künftig wöchentlich einen Antigentest absolvieren. Auch in den Firmen müssen Ungeimpfte wöchentlich getestet werden. Rund ein Drittel der Unternehmen macht dies bereits freiwillig.

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Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis. - Keystone

Nach aktuellen Zahlen gab es in Tschechien innerhalb von sieben Tagen 847 Neuinfektionen je 100'000 Einwohner. Am stärksten sind die östlichen Landesteile betroffen.

Der scheidende Regierungschef Babis wandte sich mit einer emotionalen Botschaft an die Menschen: «Begreift doch endlich, dass es die Impfung gibt, um zu verhindern, dass die Krankenhäuser überlastet werden und Menschen sterben.» Nur 6,2 Millionen der 10,7 Millionen Einwohner des EU-Mitgliedstaats sind vollständig geschützt.

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