«Tränen ohne Trauer»: Historiker warnt vor dem Vergessen

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    Wenige Menschen seien bereit, sich mit den Geschehnissen während der Zeit des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Davor warnte der Historiker Per Leo nun.

    Per Leo
    Der Historiker Per Leo warnt an der Frankfurter Buchmesse, dass sich das «Erinnern verselbstständigt». - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Per Leo stellte an der Frankfurter Buchmesse sein neues Buch «Tränen ohne Trauer» vor.
    • Der Historiker warnt davor, dass die Täter des Nationalsozialismus vernachlässigt werden.

    Der Historiker Per Leo hat davor gewarnt, über dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus die Täter zu vernachlässigen.

    «Erinnerungskultur beginnt dort kritisch zu werden, wo sich das Erinnern verselbstständigt». Dies sagte Leo am Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse. Der Autor von «Mit Rechten reden» stellte sein neues Buch «Tränen ohne Trauer: Nach der Erinnerungskultur» (Klett-Cotta) vor.

    Nur noch Identifikation mit den Opfern

    Immer weniger Menschen seien bereit, sich mit den komplexen Geschehnissen dieser Zeit auseinanderzusetzen. Dies, obwohl «zugleich aber immer emphatischer gedacht wird».

    In der Populärkultur stehe fast nur noch die Identifikation mit den Opfern im Mittelpunkt. «Wir haben es mit permanenten Versuchen der Selbstentlastung zu tun». Dies betonte Leo auf dem «Blauen Sofa».

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