Teebeutel sollen Aufschluss über Bodenzustand in Deutschland geben

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Deutschland,

Mit Hilfe von Teebeuteln erforschen deutsche Bürgerinnen und Bürger seit diesem Freitag den Zustand der Böden in Deutschland. An bis zu 9000 Standorten vergraben sie für drei Monate spezielle Teebeutel im Boden. In der Schweiz läuft dasselbe Experiment mit Unterhosen.

Zwei Methoden, um die Bodenqualität zu testen: Links die deutsche mit Teebeuteln, rechts die schweizerische mit Unterhosen (Archivbilder dpa/Keystone)
Zwei Methoden, um die Bodenqualität zu testen: Links die deutsche mit Teebeuteln, rechts die schweizerische mit Unterhosen (Archivbilder dpa/Keystone) - sda - dpa/Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • An der «Expedition Erdreich» nehmen laut dem Bundesforschungsministerium Menschen aus allen Bundesländern sowie über 300 Schulen teil, die Daten fliessen in nationale und internationale Forschungsprojekte zur nachhaltigen Bodennutzung ein.

Anhand der Teebeutel könne bestimmt werden, wie schnell Bodenorganismen Pflanzenreste abbauen. Zum Einsatz kommt grüner Tee und Rooibos-Tee.

Der Leiter des Departments für Bodensystemforschung am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, Hans-Jörg Vogel, erläuterte, dass bei der «Expedition Erdreich» die biologische Aktivität in Böden durch eine relativ einfache Messung an vielfältigen Standorten erfasst werde. «Durch diese Aktion bringen wir eine ganze Menge Menschen näher an das faszinierende System Boden heran und bekommen dabei aus den zahlreichen lokalen Einblicken einen guten Überblick über den Zustand der Böden in Deutschland», so Vogel.

Die «Expedition Erdreich» ist das erste derart umfassende Bürgerforschungsprojekt in der Bodenforschung in Deutschland. Herzstück der Aktion ist die «Tea-Bag-Index-Methode». Mit ihr könne bestimmt werden, wie schnell Bodenorganismen Pflanzenreste abbauen. Dazu werde pflanzliches Material gewogen, drei Monate lang im Boden vergraben, dort zersetzt und nach dem Ausgraben erneut gewogen.

Aus dem Gewichtsunterschied zwischen Start- und Endgewicht der Teebeutel lässt sich demnach der «Tea-Bag-Index» (TBI) berechnen. Die «Expedition Erdreich» nutze den TBI als Indikator für die biologische Aktivität im Boden. Da die Zersetzungsrate von zahlreichen Bodeneigenschaften abhänge, würden neben dem TBI unter anderem auch der pH-Wert und die Bodenart untersucht. Die Teilnehmenden können ihre Ergebnisse später mit denen anderer Aktionsteilnehmender auf einer Deutschlandkarte vergleichen.

In der Schweiz hat vor gut zwei Wochen ein Team der Forschungsanstalt Agroscope und der Universität Zürich ein Mitmach-Projekt lanciert, bei dem tausend Freiwillige Baumwoll-Unterhosen vergraben. «Beweisstück Unterhose» wird das Citizen-Science-Projekt genannt.

Zusätzlich vergraben die Teilnehmenden direkt neben den Unterhosen jeweils sechs Teebeutel der Marke Lipton. Denn diese sind in der Bodenforschung bereits gut etabliert.

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