Tausende Frauen protestieren in Belarus gegen Lukaschenko

    Keystone-SDA
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    Weissrussland,

    Tausende Frauen haben in Belarus (Weissrussland) wieder gegen den umstrittenen Staatschef Alexander Lukaschenko demonstriert.

    belarus
    Frauen ziehen bei einer Demonstration zu Fuss durch die Hauptstadt und schwenken weiss-rot-weisse Fahnen. Tausende Frauen haben wieder gegen den umstrittenen Staatschef Lukaschenko demonstriert. Zu dem sogenannten «Marsch der Frauen» hatte die Opposition aufgerufen. - sda - Keystone/AP/-

    Das Wichtigste in Kürze

    • Tausende demonstrierten in Minsk erneut gegen Staatschef Lukaschenko.
    • Zu dem sogenannten «Marsch der Frauen» hatte die Opposition aufgerufen.

    In Weissrussland gingen erneut Tausende auf die Strasse. Vor allem Frauen protestierten gegen den umstrittenen Staatschef Alexander Lukaschenko.

    Sie zogen am Samstag zu Fuss durch die Hauptstadt Minsk und schwenkten weiss-rot-weisse Fahnen, wie auf Bildern in sozialen Netzwerken zu sehen war.

    Viele trugen Blumen bei sich. Zu dem sogenannten «Marsch der Frauen» hatte die Opposition aufgerufen. Auch in anderen Städten der Ex-Sowjetrepublik protestierten am Samstag viele Frauen.

    Festnahmen

    Am Vormittag waren vor allem Studenten in der Stadt unterwegs, die sich zu einer «Solidaritätsaktion» zusammengeschlossen hatten. Es gab auch wieder Festnahmen. Genaue Zahlen waren zunächst nicht bekannt. Auf Videos war zu sehen, wie Uniformierte einige friedlich demonstrierende Studenten brutal in Minibusse zerrten. Auch am Vortag wurden Dutzende Menschen von der Polizei mitgenommen.

    Rund die Hälfte der Festgenommenen müsse mit einer Strafe rechnen, teilte das Innenministerium mit. Zu Beginn der Proteste hatten die Sicherheitskräfte fast 7000 Menschen festgenommen. Danach hielten sie sich weitgehend zurück.

    Proteste in Belarus
    Frauen stehen bei einer Demonstration der Opposition am Strassenrand vor Polizeifahrzeugen und schwenken die historische Flagge von Belarus, auf der das Pahonja abgebildet ist. - dpa

    Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Wesna nahmen die Sicherheitskräfte an einer Universität Demonstranten brutal fest. Einige Studenten sangen friedlich vor den Hochschulen und forderten die Freilassung von politische Gefangenen. Das Bildungsministerium kündigte deshalb an, die Kontrollen an den Universitäten zu verstärken.

    Anführerin der Demokratiebewegung ist die Aktivistin Swetlana Tichanowskaja. Die 37-Jährige war bei der Präsidentenwahl am 9. August gegen Lukaschenko angetreten, der nach 26 Jahren an der Macht aber den Sieg mit 80 Prozent der Stimmen für sich beansprucht. Seitdem gibt es mittlerweile seit fast vier Wochen täglich neue Proteste.

    Verschärfung von Strafmassnahmen gegen Lukaschenko

    Tichanowskaja, die nach der Wahl unter Druck der Behörden in das EU-Land Litauen ausreiste, wollte sich am Samstag mit dem Oppositionellen Pawel Latuschko in Vilnius treffen. Latuschko gehört dem Präsidium des Koordinierungsrates an, der einen friedlichen Machtwechsel anstrebt. Am Abend war eine Videoschalte geplant, bei der Tichanowskaja Fragen der Belarussen beantworten wollte.

    Präsidentenwahl in Belarus
    Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus, gibt seinen Stimmzettel während der Präsidentschaftswahlen in einem Wahllokal ab. - dpa

    Angesichts des Machtkampfes in dem osteuropäischen Land drohte auch Bundesaussenminister Heiko Maas mit einer Verschärfung von Strafmassnahmen gegen Lukaschenko. «Wir erkennen als Europäische Union die Wahl nicht an und haben Sanktionen beschlossen. Diese setzen wir jetzt um. Wenn Lukaschenko nicht reagiert, wird es weitere Sanktionen geben», sagte Maas der «Bild am Sonntag».

    Zugleich stellte Maas klar, was er von der Führung in Minsk erwartet: «Ich fordere von Lukaschenko, dass er mit der Opposition verhandelt, dass die Wahl wiederholt wird, dass Lukaschenko sofort damit aufhört, friedliche Demonstranten einzusperren und zu misshandeln, dass er die Menschenrechte und die Pressefreiheit achtet.»

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