Oberland

    Thuner Waffenunternehmen gibt sich nach Brand ungebrochen

    Keystone-SDA Regional
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    Thun,

    Nach dem mutmasslich absichtlich gelegten Brand bei einem Waffenunternehmen in Thun von Ende Oktober hat sich die Unternehmensführung mit einem emotionalen Schreiben an die Brandstifter gewandt. Der Tenor: «Wir lassen uns nicht in die Knie zwingen».

    Sicht auf eine Fassade und ausgeschlagene Fenster nach einem Brand von Ende Oktober in einem Waffenunternehmen in Thun. (Archivbild)
    Sicht auf eine Fassade und ausgeschlagene Fenster nach einem Brand von Ende Oktober in einem Waffenunternehmen in Thun. (Archivbild) - Keystone/PETER SCHNEIDER

    Niemand könne zerstören, was das Unternehmen wirklich ausmache: Wissen, Erfahrung und Zusammenhalt. «Wir haben schwierige Zeiten erlebt, Herausforderungen gemeistert, Probleme gelöst und immer wieder neue Wege gefunden», heisst es in einer auf der Website der Firma aufgeschalteten Mitteilung. Das Onlinemedium «Hauptstadt» hatte am Freitag zuerst darüber berichtet.

    Gewalt, Sachbeschädigungen, Drohungen und Einschüchterungen als Mittel der politischen oder gesellschaftlichen Auseinandersetzung seien nicht akzeptabel.

    Das Unternehmen sei weit mehr als ein Gebäude, Maschinen oder materielle Werte. Die entstandenen Schäden werde man bewältigen und die Arbeit fortsetzen. «Gewalt wird uns nicht zum Schweigen bringen. Drohungen werden uns nicht von unserem Weg abbringen. Und Zerstörung wird unseren Zusammenhalt nicht brechen», heisst es weiter.

    Die Ermittlungen zur Täterschaft, zur Brandursache und die strafrechtliche Beurteilung seien Sache der Behörden. Das Unternehmen vertraue darauf, dass diese die Vorfälle umfassend untersuchten und nach geltendem Recht verfolgten.

    Bei militanten Aktivisten verhasst

    In der Nacht auf den 29. Oktober brach im Firmengebäude des Waffenunternehmens in Thun-Allmendingen ein Brand aus. Verletzt wurde niemand, doch dürfte grosser Sachschaden entstanden sein. Die Berner Kantonspolizei vermeldete tags darauf, dass Brandstiftung als Ursache bei den Ermittlungen im Vordergrund stehe.

    Nach dem Brand tauchte in den sozialen Medien ein Video auf, das den Brandanschlag in Thun zeigen soll. Die Spur führt in radikale französische Aktivistenkreise.

    Der Thuner Waffenhersteller und -lieferant stand bereits in der Vergangenheit in solchen Kreisen in der Kritik. Die Firma rüstet unter anderem Polizeien mit Waffen aus. Dazu gehören auch Gummigeschosswerfer, die von der französischen Polizei etwa gegen militante Demonstrierende eingesetzt werden.

    Das collageartige Video nimmt auch Bezug auf die aktuellen Jugendproteste in Frankreich, wo es immer wieder zu gewaltsamen Zusammenstössen mit der Polizei kommt.

    Bislang ist weiter unklar, ob das Video echt ist und woher es wirklich stammt. Die Berner Kantonspolizei sagte am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, der Inhalt werde im Rahmen der laufenden Ermittlungen geprüft.

    Im Zusammenhang mit der Brandstiftung sei bislang niemand angehalten worden, teilte die Polizei weiter mit. Zu möglichen Motiven äussere sie sich grundsätzlich nicht.

    Das Bundesstrafgericht hatte den Chef der mittelgrossen, international tätigen Thuner Waffenfirma vor rund zehn Jahren wegen unerlaubter Waffenexporte zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse verurteilt. Es ging um eine Lieferung von sechs Scharfschützengewehren, 18 Granatwerfern sowie Tränengasgranaten und Rauchpetarden.

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